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Stadtentwicklung in OchtrupInformationen zur Stadtentwicklung finden Sie auch auf der Website der Stadt Ochtrup unter ochtrup.de
BPW baumgart+partner, Stadt- und Regionalplanung www.bpw-baumgart.de GGR Gertz Gutsche Rümenapp, Stadtentwicklung und Mobilität www.gertz-gutsche-ruemenapp.de
 - Kommt die Umsetzung des Stadtentwicklungskonzeptes bald in Schwung? Geht es nach dem Bauausschuss, weist die Stadt Ochtrup ein sogenanntes Sanierungsgebiet aus. Dann könnte sie Städtebaufördermittel beantragen. Ob diese bewilligt werden, würde sich im Sommer entscheiden. Foto: Linda Braunschweig
Per Sanierung zum Geldsegen
Ochtrup, 26.01.2012 Ochtrups Stadtkern wird seniorenfreundlicher. Kinderfreundlicher. Jugendfreundlicher. Behindertenfreundlicher. Optisch attraktiver. Fürs Shoppen verlockender. Besser verknüpft mit dem EOC. Und vor allem: mit Leben gefüllt.
Diese Zukunftsvision entwirft das Stadtentwicklungskonzept. Und um das von der Theorie in die Praxis übertragen zu können, soll nun ein sogenanntes Sanierungsgebiet ausgewiesen werden - auf der Fläche, die Gegenstand des Stadtentwicklungskonzeptes ist. Darauf hat sich am Dienstagabend der Ausschuss für Planen und Bauen einstimmig verständigt. Er legt nun dem Rat einen entsprechenden Beschluss nahe.
Um Städtebaufördermittel zu erhalten, hat die Stadt zwei Handlungsoptionen: Entweder sie führt eine Sanierungsmaßnahme durch - das heißt, dass sie sogenannte städtebauliche Missstände beseitigt. Oder sie entscheidet sich für einen Stadtumbau. Als Argument dafür, dass dieser nötig ist, ließe sich die Erweiterung des EOC anführen - die zu einem sogenannten „städtebaulichen Funktionsverlust“ führt.
Während sich die Sanierungsmaßnahme - wie ihr Name schon sagt - beispielsweise auf Instandsetzung oder Neubebauung konzentriert, gleicht der Stadtum- eher einem Stadtabbau: Vorrangig geht es hierbei darum, überflüssige Gebäude oder Anlagen abzureißen.
Der Bauausschuss findet die Sanierungsmaßnahme attraktiver als den Stadtumbau - was darin begründet liegt, dass sie auch für potenzielle Investoren attraktiver ist. Die können nämlich gemäß dem Einkommensteuergesetz in einem Sanierungsgebiet erhöhte Abschreibungen in Anspruch nehmen: auf alle Herstellungskosten aus Modernisierung oder Instandhaltung; und auf alle weitere Maßnahmen, die nötig sind, um das jeweilige Gebäude funktional nutzen zu können. Was nicht für Investitionen in einem Stadtumbaugebiet gilt - worauf die CDU-Fraktion im Vorfeld der Sitzung hingewiesen hat.
Ein weiterer Vorteil der Sanierungsmaßnahme besteht darin, dass die Stadt nicht zwangsläufig einen Sanierungsträger einsetzen (und teuer bezahlen) muss. Und dies laut Ulrich Koke auch nicht vor hat. „Vielleicht werden wir den einen oder anderen Planer einschalten“, sagte der Bauamtsleiter. Dafür ist bei der Sanierungsmaßnahme - im Kontrast zum Stadtumbau - eine vorbereitende Untersuchung nötig. Laut der Ersten Beigeordneten Birgit Stening fallen hier Kosten in Höhe von 10 000 bis 15 000 Euro an.
Tageblatt für den Kreis Steinfurt von Katharina Fiegl
Kommentar: Das ist nur der Anfang 13.05.2011 Der Rat hat das Stadtentwicklungskonzept verabschiedet. Mit dem einstimmigen Beschluss hat er ein deutliches Zeichen gesetzt. Das ist ein Anfang, mehr nicht. Jetzt muss es weitergehen. Ideen müssen konkretisiert, Pläne entwickelt und umgesetzt werden. Das kostet Zeit und Geld, vor allem von privaten Investoren. Denn ohne die geht es nicht. Mit ihnen steht und fällt die Zukunftsfähigkeit dieser Stadt.
Aber auch die Bürger sind weiter gefragt. Viele von ihnen haben sich während der Konzeptentwicklungsphase in den vergangenen Monaten eingebracht. Mit ihren Vorschlägen, aber auch mit kritischen Anmerkungen haben sie den Prozess befruchtet und mitgeprägt. Es ist wichtig, dass die Menschen, die hier leben, sich weiter einmischen und ihre Stadt gestalten. Der größte Fehler, der jetzt passieren kann, ist der, das Stadtentwicklungskonzept in die Schublade zu legen. Dann hätte Ochtrup seine entscheidende Chance vertan.
Tageblatt für den Kreis Steinfurt von Anne Eckrodt
 - Kommt jetzt Bewegung in die Sache? Der Rat hat am Donnerstagabend das Stadtentwicklungskonzept beschlossen, das ein Hauptaugenmerk auf die Wiederbelebung der Weinerstraße legt. Foto: Linda Braunschweig
Rat verabschiedet das Stadtentwicklungskonzept
Ochtrup, 13.05.2011 Es dauerte keine zehn Minuten, da war das Stadtentwicklungskonzept (STEK) beschlossene Sache. Der Rat brachte die Leitgedanken für die Entwicklung Ochtrups in den nächsten 20 bis 30 Jahren am Donnerstagabend einstimmig auf den Weg. „Das ist kein konkreter Maßnahmenkatalog, sondern stellt die Grundzüge dar, damit wir als Stadt in eine Richtung und in eine gute Zukunft marschieren“, hatte Bürgermeister Kai Hutzenlaub im Vorfeld der Abstimmung noch einmal deutlich gemacht.
Diskussionen zum STEK gab es in der Sitzung nicht mehr. „Das ist ein sehr mutiger und transparenter Prozess, der sich jetzt schon positiv auf die Stadt und die Bürger ausgewirkt hat und von der Verwaltung gut organisiert worden ist“, lobte FWO-Fraktionschef Jörn Oberndörfer. Eine Auffassung, die von den anderen Fraktionen geteilt wurde. Lediglich Martin Wilke (SPD) räumte ein, in einem Punkt „Bauchschmerzen“ zu haben. „Wir müssen die Verkehrssituation nach der EOC-Erweiterung im Auge behalten“, machte er deutlich. In dem Zusammenhang warnte Hajo Steffers (CDU) davor, sich auf rein subjektive Eindrücke zu verlassen. „Der eine oder andere hat vielleicht das Gefühl, dass es ein höheres Verkehrsaufkommen gibt. Doch wir sollten uns da nicht auf Gefühle berufen, sondern - falls es erforderlich wird - objektiv prüfen“, sagte Steffers. Die Stadtplaner hatten in der Abschlussveranstaltung am 2. Mai empfohlen, für den weiteren Prozess externe Berater hinzuzuziehen und das STEK mindestens einmal im Jahr auf den Prüfstand zu stellen. Während größere Projekte erst in den verschiedenen Gremien beraten werden, lassen sich kleinere, aber nicht weniger wirkungsvolle Aktionen wie der Abbau unnötiger Schilder oder das Abfräsen von Mittelstreifen auf Straßen unbürokratisch und schnell umsetzen.
Tageblatt für den Kreis Steinfurt von Anne Eckrodt
 - In den Augen der Stadtplaner ein zentraler Bereich des Ortes: der Platz an der Lambertikirche. Foto: Linda Braunschweig
Stadtentwicklungskonzept: Alle ziehen an einem Strang
Ochtrup, 11.05.2011 Klares Votum für das Stadtentwicklungskonzept (STEK): Der Ausschuss für Planen und Bauen hat sich am Dienstagabend einstimmig dafür ausgesprochen und dem Rat empfohlen, in seiner Sitzung am Donnerstag (12. Mai) ebenso zu verfahren. „Es ist gut, dass von der Politik ein so deutliches Zeichen nach außen geht, auch an die Investoren. Die braucht die Stadt nämlich dringend, da sie alleine nicht die Möglichkeit hat, ein solches Konzept umzusetzen“, machte der Ausschussvorsitzende Matthias Dankbar (SPD) deutlich.
Im Vorfeld der Abstimmung brachte Uwe Wagner (SPD) noch einmal das Thema Verkehrsströme zur Sprache. „Viele Menschen haben das Gefühl, dass die zu erwartenden Verkehrsströme nicht mit der bestehenden Infrastruktur zusammenpassen. Das müssen wir im Auge behalten. Aus diesem Grund sollten wir auch eine Nordumgehung im Hinterkopf haben“, sagte er. „Nicht nur deshalb ist es wichtig, das Stadtentwicklungskonzept einmal im Jahr zu prüfen“, machte der Erste Beigeordnete Kai Uffelmann deutlich.
Die Ratssitzung beginnt am 12. Mai um 18.30 Uhr im Café Laurenz.
Tagbelatt für den Kreis Steinfurt von Anne Eckrodt
Kommentar: Es muss etwas passieren 03.05.2011 In einer Woche soll das Stadtentwicklungskonzept vom Rat beschlossen werden. Und dann? Dann fängt die Arbeit erst an. Denn es gilt, die vielen Ideen der vergangenen Monate umzusetzen, weiter zu entwickeln, veränderten Bedingungen anzupassen. Vieles lässt sich nicht sofort, manches erst in Jahren, Jahrzehnten realisieren. Einiges möglicherweise auch gar nicht. Manches wird auf breite Zustimmung stoßen, anderes hier und da auch weh tun. Aber es gibt keine Alternative. Das EOC wird seine Besucher anlocken, egal wie sich der Rest der Stadt präsentiert. Wenn die Ochtruper Einzelhändler eine Chance haben wollen, davon zu profitieren, müssen sie aktiv werden und die Innenstadt - zusammen mit Verwaltung und Politik - attraktiver werden lassen. Wenn die Kaufleute jetzt nicht an einem Strang ziehen, wird der Rubel an ihnen vorbei rollen. Tagbelatt für den Kreis Steinfurt von Anne Eckrodt
Bürgerversammlung zum Stadtentwicklungskonzept
Nicht alles stößt auf Gegenliebe
Ochtrup, 03.05.2011 – Es war für die Bürger die letzte Gelegenheit, im Gespräch mit den Planern noch Kritik und Anregungen zum Stadtentwicklungskonzept (STEK) loszuwerden. Über 30 Ochtruper nutzten diese Chance und kamen am Montagabend in die Aula des Schulzentrums.
Dort stellten ihnen Frank Schlegelmilch (Büro Baumgart und Partner) und Jens Rümenapp (Büro Gertz, Gutsche und Rümenapp) die Ideen vor, die in den vergangenen Monaten von Bürgern, Politikern und Planern gemeinsam entwickelt worden sind. „All das sind Vorschläge und Leitbilder, an denen sich die Politik orientieren kann“, betonte Schlegelmilch. Und Bürgermeister Kai Hutzenlaub fügte hinzu: „Ich hoffe, dass Sie als Bürger weiter an der Entwicklung Ochtrups mitwirken.“ Am Montagabend waren es vor allem Bedenken, die viele der Anwesenden äußerten. Einer der Hauptkritikpunkte: die Lenkung der Verkehrsströme nach der EOC-Erweiterung. Die Planer haben die Situation zu unterschiedlichen Zeiten und an verschiedenen Wochentagen simuliert. Fazit: „Es funktioniert selbst zu Spitzenzeiten mit der derzeitigen Verkehrsführung“, so Rümenapp. Eine Aussage, die bei Elmar Becker Zweifel aufkommen ließ. Der Ochtruper, der beruflich mit der Finanzierung von Outletcentern zu tun hat, hält die zugrunde gelegten Zahlen für zu niedrig. „Neueste Untersuchungen zeigen, dass weniger Menschen pro Fahrzeug die Center ansteuern, dafür aber mehr Autos kommen“, erklärte Becker. Rund um das EOC gibt es künftig 1400 Stellplätze. „Damit bewegen wir uns im oberen Mittelfeld bei deutschen Outletcentern“, betonte Investor Thomas Dankbar. Verkehrsplaner Rümenapp ergänzte: „Wenn das EOC wesentlich besser laufen sollte, als in den Planungen angenommen, und alle dort nur noch alleine hinfahren, muss man von Seiten der öffentlichen Hand über eine Verbesserung der Infrastruktur nachdenken.“
Die Idee der Planer, den Bereich von der Dränke bis zum EOC zu einem Parkplatz zu machen und die Verbrauchermärkte teilweise zum Marktplatz umzusiedeln (das Tageblatt berichtete), stieß bei einigen Bürgern ebenfalls auf Kritik. Apropos Parkplätze: Zu dem Thema hakten einige Geschäftsleute am Montagabend nach. „Können Sie sich beispielsweise den Valverde-del-Camino-Platz auch als Parkplatz vorstellen?“, wollte beispielsweise Gerd Egbring wissen. Und Johannes Bierbaum betonte: „Nur Geschäfte, die rundum über Stellplätze verfügen, haben überlebt.“ Nach Auffassung der Planer gibt es in Ochtrup ausreichend Parkraum, der sei jedoch zum Teil schwer zu finden. Daher müsse ein Parkleitsystem her. Das größte Manko ist in den Augen von Schlegelmilch ein ganz anderes. „Das Problem ist nicht der Parkplatzmangel, sondern der Mangel an Attraktivität der Innenstadt“, brachte der Fachmann die Situation auf den Punkt. Als größte Herausforderung bezeichnete er es, die Weinerstraße wieder zur wichtigsten der Stadt zu machen. Schlegelmilch: „Das EOC entwickelt sich von selbst, die Weinerstraße tut es nicht mehr.“
Am 12. Mai (Donnerstag) soll das STEK vom Rat der Stadt verabschiedet werden. „Damit werden keine einzelnen Maßnahmen beschlossen, sondern ein Gesamtkonzept als Leitgedanke auf den Weg gebracht“, machte der Erste Beigeordnete Kai Uffelmann deutlich. Und er fügte hinzu: „Das Konzept ist für die Bürger dieser Stadt gemacht, nicht für die EOC-Besucher.“ An Erstere appellierte Schlegelmilch abschließend: „Lassen Sie die Verantwortlichen jetzt nicht alleine. Die Stadt steht vor einer ihrer größten Aufgaben; dabei ist die Verwaltung ebenso gefragt, wie die Politiker und die Bürger. Dabei ist es ganz wichtig, professionelle Berater von außen hinzuzuziehen.“
Eine erste Veranstaltung, die sich aus dem STEK entwickelt hat, findet am 19. Mai (Donnerstag) statt und steht unter dem Motto „Handelsraum und Einkaufsstadt“. Die Wirtschaftsförderung der Stadt sowie die Veranstaltungs- und Werbegemeinschaft laden die Einzelhändler dazu um 19 Uhr in die Gaststätte Brinckwirth ein.
Tageblatt für den Kreis Steinfurt von Anne Eckrodt
Abschlußveranstaltung Montag, 2. Mai 2011 um 19 Uhr Aula des Schulzentrums Ochtrup
Das Stadtentwicklungskonzept für Ochtrup nimmt Gestalt an. Am 12. April wurden in einer öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Planen und Bauen erste Maßnahmen des Konzeptes von den beauftragten Planungsbüros BPW baumgart+partner und GGR Gertz Gutsche Rümenapp vorgestellt. Das Stadtentwicklungskonzept soll vor allem Lösungsvorschläge entwickeln, wie die funktionale Anbindung des EOC an die Innenstadt verbessert werden kann, wie die Leerstände behoben werden können und wie der Besucherverkehr des EOC innenstadtverträglich gestaltet wird.
Zum ersten Punkt wurde gleich zu Beginn ein ambitionierter Vorschlag präsentiert. Nördlich der Laurenzstraße zwischen EOC und Dränke soll in zweiter Reihe eine Hauptstellplatzanlage für das EOC entstehen. Die vorhandenen Verbrauchermärkte sollen dazu verlagert werden. "Das wird sicher nicht heute geschehen und auch nicht morgen, aber wenn Besucher des EOC in die Innenstadt gelockt werden sollen, wird dies nicht gelingen, wenn die Parkplätze östlich oder südlich des EOC angeordnet sind. Daher muss ein intensiver Dialog mit den Flächeneigentümern stattfinden", erläuterte Frank Schlegelmilch von BPW.
Weniger aufwendig, aber ebenso wichtig, ist die gestalterische Aufwertung der Laurenzstraße. Dass der Straßenraum grundsätzlich sehr attraktiv sei – insbesondere aufgrund der industriegeschichtlichen Gebäude – vereinfache die Sache dabei erheblich. Mit einfachen Maßnahmen, wie der Entfernung der Mittelstreifen, der Reduzierung einiger Werbeschilder und einer veränderten Radverkehrsführung, könne der noch bestehende Bundesstraßencharakter aufgehoben werden.
Eine Scharnierfunktion kommt dem Bereich des neuen Kreisverkehrs zu. Hier sollten die städtebauliche Eingangssituation zur Altstadt gestärkt sowie Lücken in der vorhandenen Bebauung geschlossen werden. Nordöstlich des Kreisels sehen die Planer im Gegensatz zur übrigen Laurenzstraße dabei auch Spielräume für einen Einzelhandelsschwerpunkt. Um eine hohe bauliche Qualität zu gewährleisten, wird die Auslobung eines Architektenwettbewerbes für diesen Bereich vorgeschlagen.
Um die Leerstandsproblematik zu bekämpfen, muss insbesondere die nördliche Fußgängerzone im Bereich der Weinerstraße gestärkt werden. Dies soll unter anderem durch die Anlage eines zentralen "Marktplatzes" im Umfeld der Lambertikirche geschehen. Dabei geht es weniger um die Anlage eines neuen Platzes, sondern um die Wahrnehmung und Belebung des bestehenden. Eine Aufpflasterung der Bültstraße nördlich der Kirche ließe dabei deutlich eine Platzsituation erkennen. Der Rückbau des Pfarramtes soll mit Hilfe einer versetzten Neubebauung Raum für zusätzliche Gastronomie und Veranstaltungen bieten.
Um die Weinerstraße optisch aufzuwerten, ist weniger der öffentliche Raum entscheidend – hier würde der Austausch einiger Möblierungselemente wie Laternen oder Bänke bereits Wirkung zeigen. Weit wichtiger sei die Wiederherstellung der historischen Fassaden, die insbesondere in den Erdgeschosszonen im Laufe der Zeit stark verändert wurden. Dazu werden die Erarbeitung eines Gestaltungsleitfadens und ein kommunales Fassadenprogramm vorgeschlagen. Damit alle Eigentümer mitziehen, sollten sich diese in einer so genannten Immobilienstandortgemeinschaft zusammenschließen. Derartige Kooperationen haben bereits in vielen anderen Städten Maßnahmen in der Innenstadt gemeinschaftlich durchgeführt.
Der Verkehrsplaner Jens Rümenapp erläutert die geplante Verkehrsführung zum EOC. Diese sieht vor, dass ein Großteil der Kunden über die Ausfahrt Ost der B54 gelenkt werden soll. Der Straßenzug Berg- und Bültstraße soll hingegen möglichst wenig zusätzlich belastet werden. Gleichzeitig soll er verkehrsberuhigt und gestalterisch aufgewertet werden, sodass er einen attraktiven Eingang zur Ochtruper Innenstadt aus Richtung EOC bietet.
„Rund um die Fußgängerzone sind reichlich Parkplätze vorhanden. Die Verkehrsführung zu diesen Stellplätzen ist für Ortsfremde heute aber teilweise schlecht erkennbar. Daher muss der Parkring besser gestaltet werden“, so Rümenapp. Eine Maßnahme ist hier insbesondere die Neuordnung des Parkplatzes am K&K-Verbrauchermarkt, über den der heute kaum wahrnehmbare Parkring verläuft.
Sowohl die Politik als auch die anwesenden Bürgerinnen und Bürger reagierten überwiegend positiv auf die vorgestellten Anregungen. Das Stadtentwicklungsprogramm umfasst dabei viele weitere Maßnahmen. Gelegenheit für alle Bürger/innen, noch einmal Lob, Kritik oder Anregungen zu geben, bietet sich auf der Abschlussveranstaltung am Montag, dem 2. Mai 2011, um 19 Uhr, in der Aula des Schulzentrums. Dort wird es vor allem auch um die Frage gehen, wie es nach Abschluss des Stadtentwicklungskonzeptes weitergeht.
Stadtentwicklungskonzept: Einige Sofortmaßnahmen
Ochtrup, 13.04.2011 Ein Stadtentwicklungskonzept ist nichts, was sich von heute auf morgen umsetzen lässt. Es ist eher auf Jahrzehnte ausgerichtet. Dennoch stellten die Planer im Bauausschuss einige Ideen für Sofortmaßnahmen vor, die sich zum Teil ohne großen finanziellen Aufwand umsetzen lassen. Hier einige Beispiele:
Laurenzstraße: Entfernung der Mittellinie sowie einiger Werbe- und Verkehrsschilder; Überprüfung des Stellplatzkonzeptes; Verlagerung der Supermärkte; Eigentümertreffen; Architektenwettbewerb für den Bereich des Kreisverkehrs sowie Baumpflanzungen.
Lambertikirchplatz: Sperrung der Kolpingstraße für Pkw zwischen Weinerstraße und Kniepenkamp; Markt am Samstag; Rückbau der Rasenfläche und der Einfriedungen an der Kirche.
Weinerstraße: Eigentümer mobilisieren; Barrierefreiheit prüfen; Gestaltung der Schaufenster bei Leerständen.
Tageblatt für den Kreis Steinfurt  - Stellten den Planungsstand des Stadtentwicklungskonzeptes vor (v.l.): Jens Rümenapp (Büro Gertz, Gutsche, Rümenapp), Frank Schlegelmilch und Christian Stolte (Büro Baumgart und Partner). Foto: Anne Eckrodt
Stadtentwicklungskonzept: Planer stecken mitten in der Arbeit
Ochtrup, 13.04.2011 Das Wesentliche machte Frank Schlegelmilch gleich zu Beginn klar: „Wir sind noch mitten im Verfahren“, betonte der Stadtplaner vom Büro Baumgart und Partner am Dienstagabend im Bauausschuss. Einziges Thema der öffentlichen Sitzung im Foyer der Stadthalle war das Stadtentwicklungskonzept (STEK). Das verfolgt drei große Aufgaben: die Anbindung des EOC an die Innenstadt, eine funktionstüchtige Verkehrsanbindung und die Behebung der Leerstände.
Schlegelmilch skizzierte aus städtebaulicher Sicht wesentliche Punkte wie den Bereich rund um die Lambertikirche als zentraler Platz, die Idee eines großen Parkplatzes an der Laurenzstraße anstelle der jetzigen Lebensmittelmärkte, die Weinerstraße, die wieder wichtigste Straße der Stadt werden soll, eine teilweise Bebauung des Marktplatzes oder das Rathaus, das sich die Planer gut im Gebäude der Pestalozzischule vorstellen können.
Mit einer Computersimulation haben die Planer den Ausschussmitgliedern und den mehr als 50 Zuhörern die zu erwartenden Verkehrsströme im Hinblick auf die EOC-Erweiterung dargestellt. Das Ergebnis: Der zusätzliche Verkehr lässt sich über die bestehenden Straßenführungen abwickeln. „Wir empfehlen daher, die derzeitige Verkehrsführung beizubehalten“, machte Jens Rümenapp (Büro Gertz, Gutsche, Rümenapp) deutlich. Sein Büro hatte am 1. März eine Verkehrszählung per Videobeobachtung sowie eine siebentägige Dauerzählung über ein Radar durchgeführt. Im Rahmen der Einwohnerfragestunde wollte Franz Ruhwinkel von ihm wissen, ob auch eine Umleitungstrasse durch die Oster-Bauerschaft in die Überlegungen einbezogen worden sei. „Die Idee ist uns bekannt. Sie ist jedoch sehr kostenintensiv und lässt sich nicht in absehbarer Zeit umsetzen“, machte Rümenapp deutlich. Den Hinweis von Dietmar Wülker auf fehlende Querungshilfen am Kreisverkehr nahm der Verkehrsplaner auf: „Den Bedarf sehen wir auch.“
Auch einige Ausschussmitglieder hakten am Dienstagabend nach. Hermann Holtmann (FDP) sah beispielsweise einen Widerspruch zwischen dem Platzcharakter an der Lambertikirche und dem Verkehr auf der Berg-/Bültstraße. „Das sehen wir nicht so. Selbst zu Spitzenzeiten wie samstags kommt man durch die Fußgängerampel gut über die Straße“, sagte Schlegelmilch. Hajo Steffers (CDU) wollte von dem Planer wissen, ob die Öffnung der Bahnhofstraße für den Verkehr passé sei. „Wir halten beides für möglich, sehen hier aber keinen Handlungsbedarf. Konzentrieren Sie sich auf die Weinerstraße, das ist viel wichtiger. Die Bahnhofstraße hat allenfalls ein Luxusproblem“, so der Rat des Stadtplaners. Mit Blick auf die nächsten Jahre und Jahrzehnte fügte er hinzu: „Wenn der Rat das Konzept beschließt, ist das erst der Anfang. Die große Arbeit kommt danach, nicht nur für die Verwaltung, sondern vor allem für die Investoren.“
Anregungen zum STEK nimmt die Stadtverwaltung jederzeit auf. Am 2. Mai (Montag) wird das Konzept in einer öffentlichen Abschlussveranstaltung vorgestellt. Am 10. Mai (Dienstag) ist noch einmal eine Bauausschusssitzung geplant, und am 12. Mai (Donnerstag) soll das STEK vom Rat der Stadt verabschiedet werden.
Tageblatt für den Kreis Steinfurt von Anne Eckrodt
 - Mehr Leben für die Weinerstraße: Das ist eine zentrale Aufgabe des Stadtentwicklungskonzeptes, in die sich auch die Stadt selbst stark einbringen will. Fotos: Jürgen Bonsiepen
Stadtentwicklungskonzept: Private Investoren sind gefragt
Ochtrup, 13.04.2011 Eines ist klar: Das Ganze heißt zwar Stadtentwicklungskonzept (STEK), woran Planer, Politiker und Bürger jedoch seit Monaten arbeiten, wird nicht allein ein städtischer Prozess werden. „Für die Umsetzung müssen auch die Immobilienbesitzer ins Portemonnaie greifen“, machte Bürgermeister Kai Hutzenlaub am Dienstag im Gespräch mit unserer Zeitung deutlich. Im Vorfeld der Bau- und Planungsausschusssitzung am Abend stellte er die Ergebnisse der Gespräche mit den Investoren vor. Diejenigen, die Geld in die Hand nehmen müssten.
Ziemlich früh hat sich bereits herauskristallisiert, dass der Platz rund um die Lambertikirche das Herz der Stadt und damit das zentrale Element ist. In den Augen der Planer wäre es ideal, die Häuserfront an der Bültstraße gegenüber der Kirche ein Stück nach hinten zu versetzen, um den Platzcharakter stärker zu betonen. Zudem soll die Straße in dem Bereich gepflastert werden. „Das ist ein Wunschdenken aus planerischer Sicht. Wir sind uns innerhalb der Stadtverwaltung einig, dass sich das nur schwer umsetzen lässt“, machte Hutzenlaub deutlich.Einen erheblichen Umbruch wünschen sich die Planer für die Laurenzstraße zwischen Dränke und Expert Albers. Dort, wo jetzt Lidl, Edeka und Aldi sind, stellen sie sich Parkplätze vor. Ihre Begründung: Wenn sich der Großteil der Stellplätze auf der Seite des EOC in Richtung Ortsausgang befindet, ist die Wahrscheinlich, dass die Besucher nach dem Bummel durch das Outlet-Center noch den Weg in die Innenstadt finden, eher gering. Ideen für Ersatzflächen für die Supermärkte haben die Planer bereits in petto. Statt der ehemaligen Becker-Immobilie an der Laurenzstraße stellen sie sich drei separate Neubauten vor, in denen ein Lebensmittelgeschäft einziehen könnte. Dann sollte ihrer Meinung nach der ehemalige Extra-Markt wieder belebt und ein Teil des Marktplatzes bebaut werden - Platz für die beiden anderen Läden. Eine wesentliche Aufgabe des STEK ist die Wiederbelebung der Weinerstraße. „Das ist auch aus Sicht der Verwaltung ganz wichtig. Das EOC ist der Magnet für Besucher von außerhalb, aber wir müssen eine Innenstadt haben, die sich unabhängig davon entwickeln kann. Und da ist die Weinerstraße der zentrale Bereich“, erklärte der Bürgermeister. Er kündigte an, dass sich die Stadt dort stark einbringen werde. „Es ist jedoch entscheidend, dass die Leute auch wollen. Und da wünschen wir uns an der Weinerstraße ein noch aktiveres Mitgehen der Eigentümer“, so der Verwaltungschef. Ein Beispiel dafür, was aus Sicht der Planer wünschenswert, realistisch betrachtet in den nächsten Jahren aber nicht umsetzbar ist, ist die Wiederherstellung der alten Wallführung im Bereich des „Litfass“. Dafür müsste das Gebäude, in dem sich die Kneipe befindet, ein Stück weichen. „Das aber lassen die Eigentumsverhältnisse nicht zu, daher würde ich diese Idee als absolute Zukunftsmusik bezeichnen“, sagte Hutzenlaub. Einfacher umzusetzen ist da schon die Idee, eine Verbindung vom Südwall bis zum Valverde-del-Camino-Platz zu schaffen, zum Beispiel als Spielzone mit einem Wasserlauf. Für den Bereich vor dem Geschäft CeDe wünschen sich die Stadtplaner weniger Platz- und mehr Durchgangscharakter. Der ließe sich dadurch schaffen, dass der jetzige Parkplatz wieder bebaut wird. Und die Stellplätze des K+K-Marktes sollten in ein Parkleitsystem für die Stadt einbezogen und der Raum dahinter neu geordnet werden.
Tageblatt für den Kreis Steinfurt von Anne Eckrodt
 - Thomas Büchler, VWO-Vorsitzender, zeichnet auf dem Plan ein, wo es seiner Meinung nach Handlungsbedarf gibt. Die Gruppe schlägt vor, einen größeren Platz östlich der Lambertikirche entstehen zu lassen. Foto: Martin Schlak
Bürgerwerkstatt: Ein Herz, das keins ist
Ochtrup, 16.01.2010 - Es ist das Herz. Aber es schlägt zu leise. Da sind sie sich einig. 15 Ochtruper beugen sich über den Stadtplan. Thomas Büchler, Vorsitzender der Veranstaltungs- und Werbegemeinschaft, umkreist die schmalen Plätze rund um die Lambertikirche. „Der Ort hat als Zentrum Ochtrups Potenzial, aber hier fehlt ein großer Platz für Veranstaltungen“, sagt Dietmar Wülker. Und gemeinsam entsteht der Vorschlag, das Pfarrhaus zu verlagern und östlich der Kirche Raum zu schaffen. Für ein Herz, das schlägt.
Das Ladenlokal an der Weinerstraße war am Samstagnachmittag fast bis auf den letzten Platz gefüllt: Über 65 Ochtruper jeden Alters waren zur Bürgerwerkstatt gekommen, um in vier Kleingruppen Ideen für die Zukunft ihrer Kommune zu entwickeln. Die Vorschläge sind ein weiterer Baustein des Stadtentwicklungskonzepts, das sich mit dem Bereich der Innenstadt bis zum EOC befasst. Dies bildet später die Grundlage, um Fördermittel für Baumaßnahmen zu beantragen.
Anderthalb Stunden diskutieren die Teilnehmer der Gruppe 2 bei der Bürgerwerkstatt. Ihr Gebiet: die Berg- und Bültstraße sowie das obere Ende der Einkaufszone um die Lambertikirche. Frank Schlegelmilch vom Planungsbüro Baumgart und Partner (Bremen), das die Stadt mit der Ausarbeitung des Entwicklungskonzeptes beauftragte, hat den Teilnehmern zuvor den Ablauf erklärt: erst Schwachpunkte dann Stärken des jeweiligen Bereichs aufdecken und schließlich Maßnahmen überlegen.
In Gruppe 2 braucht die Gruppenarbeit keine drei Sekunden Anlaufzeit. Die Ideen sprudeln nur so. „Die Bültstraße ist für Fahrradfahrer vollkommen ungeeignet“, bemängelt eine Och-truperin. „Ich umkurve diesen Bereich immer“, sagt sie. „An der Bültstraße fehlen Querungshilfen“, schreibt Wülker auf einen Stichpunktzettel.
Am Ende präsentiert er vor der gesamten Bürgerwerkstatt Dutzende Ideen seiner Gruppe. „Die Bültstraße sollte gepflastert werden und Parkbuchten erhalten“, schlägt er vor. Das würde auch Auswärtige reizen, hier anzuhalten. „Bis jetzt fährt man doch als Autofahrer an dieser Stelle vorbei, ohne auf den Gedanken zu kommen, dass sich hier ein Zwischenstopp lohnt.“
Ein größerer, umschlossener Platz östlich der Lambertikirche könne das ändern, glaubt die Gruppe. Dafür müsse aber das Pfarrhaus weichen. Es sind visionäre Ideen, die die Gruppe 2 für ein lebendiges Ochtruper Herz entwickelt hat. Genau solche, wie Schlegelmilch sie sucht. „Denken Sie großzügig“, hat er den Teilnehmern vorher gesagt. Sie haben sich dran gehalten. Wissen aber auch genau: Bis jetzt sind es alles noch Ideen. . .
Tageblatt für den Kreis Steinfurt von Martin Schlak
Bürgerwerkstatt öffnet Türen
Der Prozess des Stadtentwicklungskonzeptes (STEK) schreitet voran. Auf einer Auftaktveranstaltung am 15. Dezember 2010 wurden der umfangreiche Prozess auf dem Weg zum STEK und die Entwicklungsziele für die Ochtruper Innenstadt von den beauftragten Planern vorgestellt. Einen Vorgeschmack auf mögliche Ergebnisse lieferte der Erfahrungsbericht aus der Stadt Ibbenbüren, die einen ähnlichen Prozess ein Jahr zuvor erfolgreich abschließen konnte.
Bürgermeister Hutzenlaub zeigte sich mit dem Auftakt zufrieden: "Wir hoffen, dass die Resonanz in den folgenden Veranstaltungen ebenso hoch ist. Insgesamt hat sich der Eindruck bestätigt, dass zwar einige Problemlagen in der Innenstadt bestehen, aber ebenso viele Potenziale, auf denen aufgebaut werden kann". Daher ermuntert er, die Chance der Mitwirkung auch in Zukunft wahrzunehmen.
Nun soll als zweiter Schritt der Bürgerbeteiligung eine sogenannte Bürgerwerkstatt stattfinden. Hier haben die Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit, Diskussionen über die Ochtruper Stadtentwicklung anzustoßen, eigene Projektideen einzubringen oder gemeinsam mit den Planern zu entwerfen. Dies wird nicht nur im Diskurs, sondern auch mit Papier und Stift erfolgen.
Dabei sollen in mehreren Arbeitsgruppen aus Bürgern, Planern und Verwaltungsmitarbeitern Probleme der Innenstadt gemeinsam identifiziert und Lösungen entwickelt werden. Der Schwerpunkt der Arbeit soll sich mit der Frage beschäftigen, wie EOC und historische Innenstadt besser miteinander verknüpft werden können, wie Leerstände in der Fußgängerzone beseitigt werden können und wie der öffentliche Raum aufgewertet werden kann. Dabei gilt es natürlich auch, Aspekte des Verkehrs zu berücksichtigen.
"Hauptbaustellen" und somit im räumlichen Fokus der Werkstatt sind die Bereiche Laurenzstraße, Weinerstraße, Berg-/Bültstraße, das Umfeld der Lambertikirche, der Valverde del Camino Platz, der Marktplatz und einige mehr. Hier bestehen zahlreiche städtebauliche und funktionale Mängel, die es zu beheben gilt. "Da die Ochtruper Bürgerinnen und Bürger ihre Stadt am besten kennen, sollen sie auch intensiv daran beteiligt werden", sagt Bürgermeister Hutzenlaub und hofft auf eine rege Beteiligung. "Alle sind herzlich eingeladen, die Zukunft Ochtrups mitzugestalten".
Die Veranstaltung findet statt am 15. Januar um 14 Uhr. Um der Werkstatt den passenden Rahmen zu verleihen, wird sie in der derzeit leer stehenden Immobilie Rosing, Weinerstraße 13, durchgeführt. Zumindest temporär kann das Stadtentwicklungskonzept dadurch schon einen Beitrag zur Behebung der Leerstandsproblematik leisten, soll diese "Bürgerwerkstatt" doch in Zukunft regelmäßig ihre Türen für die Bürgerinnen und Bürger im Rahmen von Veranstaltungen öffnen.
Die Bürger sind gefragt - Stadtentwicklungskonzept für Ochtrup
Auf Beschluss des Rates der Stadt Ochtrup ist das Stadtplanungsbüro BPW baumgart + partner aus Bremen zusammen mit dem Verkehrsplanungsbüro GGR Gertz, Gutsche, Rümenapp aus Hamburg mit Erstellung eines integrierten Handlungskonzeptes für Ochtrup beauftragt worden.
Das Konzept soll Ziele und Maßnahmen zur nachhaltigen Sicherung, Stärkung und Entwicklung städtebaulicher Strukturen definieren. Darüber hinaus bildet es die Grundlage für die Förderung von Maßnahmen der Stadtentwicklung und Stadterneuerung. Es sollen Antworten geliefert werden, wie Ochtrups Innenstadt in Zeiten des Strukturwandels bestehen kann. Neue Herausforderungen wie z. B. dem demografischen Wandel, der wirtschaftlichen Struktur auch im Bereich Einzelhandel, dem regionalen Konkurrenzdruck muss begegnet werden.
Am Ende dieses Prozesses steht ein Maßnahmenplan mit ausgewählten Projekten für einen Zeitraum von ca. fünf Jahren sowie eine Umsetzungs- und Finanzierungsplanung.
Die Auftaktveranstaltung am 15.12.2010 in der Stadthalle mit über 70 Teilnehmern war der Beginn der Öffentlichkeitsbeteiligung. Weitere Möglichkeiten für die Ochtruper Bürger, sich in den Prozess einzubringen bzw. den Prozess zu verfolgen, bestehen an folgenden Tagen: 15.01.2011, 14.00 – 17.00 Uhr Bürgerwerkstatt in der Weinerstr. 13 (Leerstand Rosing) 10.03.2011, 18.30 Uhr Sondersitzung des Rates im Café Laurenz 12.04.2011, 18.00 Uhr Sondersitzung des Ausschusses für Planen und Bauen im Rathaus 02.05.2011, 19.00 Uhr Abschlussveranstaltung im Foyer der Stadthalle 12.05.2011, 18.30 Uhr Sondersitzung des Rates im Café Laurenz
Interessierte können sich nachfolgend einen Übersichtsplan des Untersuchungsgebietes, einen Verfahrensablauf sowie den Entwurf der angestrebten Entwicklungsziele als pdf-Datei downloaden auf der Internetseite www.ochtrup.de
Alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt Ochtrup sind herzlich eingeladen, an diesem wichtigen und spannenden Entwicklungsprozess aktiv teilzunehmen und die Zukunft unserer Stadt auf diese Weise mitzugestalten. Die Wünsche und Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger an unsere Stadt sind uns wichtig. Ihre Vorschläge können Sie auch gern unter der Ruf-Nr. 73-146 (Frau Werremeier) äußern oder schicken Sie einfach eine E-Mail an bauamt@noSpam.ochtrup.de. Die Ideen werden an das beauftragte Büro weitergegeben und fließen in das Konzept ein.
Mittendrin statt nur dabei
Ochtrup, 10.12.2010 - Die Stadt Ochtrup erarbeitet ein Stadtentwicklungskonzept - und lässt die Ochtruper an diesem Projekt teilhaben. „Die Bürger sollen diesen Prozess aktiv mitgestalten, schließlich geht es um die Zukunft unserer Stadt“, erläutert Bürgermeister Kai Hutzenlaub. Deswegen findet am Mittwoch, 15. Dezember um 19 Uhr im Foyer der Stadthalle eine Informationsveranstaltung statt, zu der interessierte Bürger eingeladen sind.
Das Stadtentwicklungskonzept soll als langfristige Leitlinie für die städtische Entwicklung Antworten liefern, wie Ochtrups Innenstadt in Zeiten des Strukturwandels bestehen kann. „Stadtentwicklung steht heute und in den nächsten Jahren vor neuen Herausforderungen: Die Bewohner der Stadt werden immer älter, die wirtschaftliche Struktur ändert sich nicht zuletzt im Bereich Einzelhandel, der regionale Konkurrenzdruck nimmt zu, die Wünsche und Erwartungen der Bürger an ihre Stadt verändern sich“, schreibt die Stadt in einer Pressemitteilung. Bei ihrer Informationsveranstaltung in der Stadthalle stellen die beauftragten Stadtplaner das Verfahren zur Entwicklung des Konzeptes vor. Dieses wird voraussichtlich im Mai des kommenden Jahres abgeschlossen sein. Abgerundet wird die Veranstaltung durch einen Erfahrungsbericht über das Stadtentwicklungskonzept Ibbenbüren.
Im Rahmen des Stadtentwicklungskonzepts sollen insbesondere Möglichkeiten einer funktionalen und städtebaulichen Verbindung des EOC und der Fußgängerzone aufgezeigt werden, erläutert die Stadt in ihrer Pressemitteilung weiter. „Auch Vorschläge für eine effiziente Verkehrsanbindung sind Bestandteil des Konzepts. Die Bewahrung und Stärkung der Ochtruper Innenstadt als attraktiver Einkaufsstandort stellt dabei das Leitbild dar. Daher stehen auch Themenfelder wie Kultur, Baukultur, Soziales und Nachhaltigkeit im Fokus der Planer.“
Als nächster Schritt innerhalb der Öffentlichkeitsbeteiligung schließt sich der Infoveranstaltung eine Bürgerwerkstatt an. Diese ist für Januar vorgesehen. Die Bürger erhalten dort die Gelegenheit, ihre Ideen und Ziele für die Zukunft der Ochtruper Innenstadt zu formulieren und Stärken und Schwächen aus ihrer Sicht zu benennen.
Tageblatt für den Kreis Steinfurt
 - Setzen auf die Beteiligung der Bürger bei der Entwicklung eines Integrierten Handlungskonzepts (v.l.): Thomas Büchler (Stadtmarketing), Bürgermeister Kai Hutzenlaub, Frank Schlegelmilch (Planungsbüro BPW Baumgart und Partner) und Wirtschaftsförderer Robert Tausewald. Foto: Anne Eckrodt
Bürgerwerkstatt bietet Raum für Ideen
Ochtrup, 04.12.2010 - Nicht im Rathaus, sondern mitten in der Fußgängerzone werden sie entstehen. Die Ideen und Vorstellungen, wie sich Ochtrup in den nächsten 20 Jahren entwickeln soll. Dafür gibt es inzwischen bundesweit einen feststehenden Begriff: Integriertes Handlungskonzept.
„Das ist so etwas wie ein Masterplan und Voraussetzung, um Fördermittel zu bekommen“, erklärt Frank Schlegelmilch. Der Geschäftsführer des Stadtplanungsbüros BPW Baumgart und Partner (Bremen) lässt dabei den Blick durch das geräumige Ladenlokal an der Weinerstraße 11 streifen. „Das ist klasse, hier sind wir direkt mitten im Geschehen“, sagt er. Das, was ihn so begeistert, ist die neue Bürgerwerkstatt, die die Stadt gemietet hat. Als Anlaufstelle für alle, die sich in den Entwicklungsprozess des Integrierten Handlungskonzeptes einbringen wollen. Ob Workshops, Expertengespräche, Einzelveranstaltungen oder offene Ideenfindungsrunden - für all das bietet die Bürgerwerkstatt Raum. „Wir haben bewusst etwas mit großer Fensterfläche ausgesucht, das schafft Transparenz“, erklärt der Erste Beigeordnete Kai Uffelmann.
„Für die Konzeptentwicklung wollen wir ganz gezielt auch die Gruppen aus dem Stadtmarketingforum ansprechen. Denn wir verstehen das Ganze als großen Prozess, in dem alles zusammengeführt wird. Und da starten wir nicht bei Null, im Gegenteil, viele Ideen sind bereits da“, betont Wirtschaftsförderer Robert Tausewald. Und Thomas Büchler vom Stadtmarketing fügt hinzu: „Die Bürgerwerkstatt ist ein Kommunikationszentrum, in dem Gruppen tagen und Vorschläge präsentiert können. Wir hoffen, dass wir damit auch diejenigen in dieser Stadt ansprechen, die vorher keine Berührungspunkte mit solchen Prozessen hatten.“ Das Hauptaugenmerk des Integrierten Handlungskonzeptes gilt der Innenstadt und der Anbindung des Euregio-Outlet-Centers (EOC). Darüber hinaus haben die Stadtplaner die Verkehrsanbindung insgesamt im Blick.
Der Zeitrahmen zur Entwicklung des Konzeptes ist eng gesteckt. „Im Frühjahr 2012 ist die EOC-Erweiterung abgeschlossen. Es ist wichtig, dass man dann eine Anbindung sieht“, sagt Bürgermeister Kai Hutzenlaub. Daher haben sich Stadt und Planungsbüro vorgenommen, das Integrierte Handlungskonzept im Mai 2011 zu präsentieren. Zum Auftakt des Prozesses ist am 15. Dezember (Mittwoch) eine öffentliche Veranstaltung im Foyer der Stadthalle geplant (siehe Artikel „Die Bürger sind gefragt“).
Eines ist für den Ochtruper Verwaltungschef bereits jetzt klar: „Wir versuchen, die Stadt weiter zu bringen, aber auch Fördermittel zu bekommen. Das funktioniert jedoch nur, wenn sich alle mit einbringen - sowohl mit dem Kopf als auch mit dem Portemonnaie.“
Tageblatt für den Kreis Steinfurt von Anne Eckrodt
 - Ein erster Eindruck der EOC-Arkaden: Vom Ost-Eingang ergibt sich für Besucher dieser Blick auf die Gastronomiegebäude. Rechts und links befinden sich Ladenlokale. Grafik: Büro Schmiegel und Denne
Das Münsterland lässt grüßen: So soll die EOC-Erweiterung aussehen
Ochtrup, 04.09.2010 - Erst Altes abreißen, dann Neues aufbauen. Das ist zurzeit das Motto auf dem Gelände für die EOC-Erweiterung. Das frühere Verwaltungsgebäude der Firma Laurenz hat der Bagger bereits vor ein paar Wochen dem Erdboden gleich gemacht, inzwischen ist auch der Beltmannbau weitgehend entkernt. „Wir liegen mit dem Abriss im Zeitplan“, berichtet Thomas Dankbar, Geschäftsführer der Hütten Holding, die das EOC betreibt.
Spätestens im November muss der Abrissbagger noch mal ran. Dann soll das bisherige Restaurant Mediteran weichen. Das Gelände hat die Hütten Holding ebenfalls gekauft (das Tageblatt berichtete). „Die Betreiber des Lokals haben bis zum 31. Oktober Wohnrecht dort. Sollte das Gebäude vorher frei werden, fangen wir mit dem Abriss auch eher an“, sagt Dankbar.
An der Stelle plant er wieder Gastronomie. Gedacht ist ein italienisches Restaurant. „Ich weiß auch, dass es in anderen Outlets McDonald´s und andere Fastfood-Läden gibt. Aber so etwas wollen wir hier nicht“, betont der Investor. Das gilt auch für einen weiteren Gastronomie-Standort ein paar Meter. „Dort schwebt uns ein Frischekonzept vor, das heißt, die Speisen werden vor den Augen der Gäste zubereitet. Welche Art der Küche das letztlich sein könnte, ist noch offen“, so Dankbar. Beide Gebäude sind über einen Windfang und Sanitäranlagen miteinander verbunden.
Wenn das Center nach Geschäftsschluss abgetrennt wird, kann der Betrieb in den beiden Restaurants ungehindert weiter laufen. Die Lokale verfügen jeweils über gut 500 Quadratmeter inklusive Küche und Nebenräumen. „Für die Einrichtung sind die Pächter zuständig“, erklärt Dankbar. Ihm ist wichtig, dass sich die neuen Gastronomiebetriebe auf dem EOC-Gelände vom bestehenden Café Laurenz unterscheiden. „Wir möchten auf diese Weise unterschiedliche Gäste anziehen“, sagt er.
Im Gespräch mit unserer Zeitung stellt der Geschäftsführer der Hütten Holding erstmals Pläne für die Außengestaltung der künftigen Ladenlokale vor. „Wir haben darin die für das Münsterland typische historische Bauweise aufgegriffen - ein bisschen wie am Prinzipalmarkt in Münster“, so Dankbar. Ihm sei wichtig gewesen, dem Center eine gewisse Gemütlichkeit zu verleihen. Deshalb habe er sich gegen eine „supermoderne Architektur entschieden, die in ein paar Jahren wieder unmodern ist“.
Sämtliche Geschäfte befinden sich im Erdgeschoss. Die Giebel sind mehr oder weniger Attrappe. „Dahinter befindet sich lediglich Technik“, erklärt Dankbar.
Tageblatt für den Kreis Steinfurt von Anne Eckrodt
Mehr Informationen unter ...
www.eoc-ochtrup.de Baumaßnahmen
www.eoc-ochtrup.de Planungen
Kreis erteilt die Baugenehmigung für die EOC-Erweiterung
Ochtrup, 30.04.2010 - Sie ist da: Der Kreis Steinfurt hat am Freitag die Baugenehmigung für die Erweiterung des Euregio-Outlet-Centers (EOC) erteilt. Die Investoren Paul und Thomas Dankbar von der Hütten Holding sowie Bürgermeister Kai Hutzenlaub und der Erste Beigeordnete Kai Uffelmann waren ebenso dabei, als Landrat Thomas Kubendorff die Genehmigung unterzeichnete, wie Werner Hoge und Ulrich Lueke vom Kreisbauamt.
Kubendorff hatte sichtlich Freude an dieser Amtshandlung. „Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass die Erweiterung dem Einzelhandel in den Nachbarorten nicht schaden wird. Im Gegenteil, sie wird viele positive Einflüsse auf die Region haben, gerade auch im Tourismus“, betonte er. Der Landrat sparte am Freitag nicht mit Lob für alle, die seit Jahren für die Erweiterung gekämpft haben. „Ich freue mich ganz besonders, dass der Investor jetzt für sein Durchhaltevermögen belohnt wird“, so Kubendorff.
Thomas Dankbar nahm den Ball auf und spann den Faden weiter. „Das ist unser gemeinsames Projekt. Diese Einheit hat letztlich zum Erfolg geführt, und sie unterscheidet uns von der Situation in Gronau“, betonte er. An die Adresse des Landrats gewandt, fügte der Geschäftsführer der Hütten Holding hinzu: „Sie haben damals Ihre politische Karriere aufs Spiel gesetzt. Der Bauvorbescheid war ein echter Husarenritt.“ Erinnerungen wie diese machten am Freitag in der Münsterland-Stube im ersten Stock des Kreishauses immer wieder die Runde. Seit 2006 - so lange schwelte das Verfahren um die Erweiterung - haben die Beteiligten viel erlebt. Davon zeugen unter anderem jede Menge prall gefüllte Aktenordner.
Apropos Beteiligte: Hutzenlaub hätte im Kreishaus gerne seinen Amtsvorgänger Franz-Josef Melis dabei gehabt. „Ich habe ihn eingeladen, mit hierher zu kommen. Er hatte auch zugesagt, meinte dann aber doch, dies sei Sache des amtierenden Bürgermeisters“, erklärte der Verwaltungschef.
Er sieht in der Erweiterung eine Initialzündung für die Stadt: „Das ist eine wichtige Sache, um Ochtrup voranzubringen. Der Startschuss für die weitere Entwicklung.“ Eine Auffassung, die der Erste Beigeordnete teilt. „Der Kreisverkehr an der Kreuzung Laurenzstraße/Dränke, für den die Arbeiten gerade begonnen haben, ist ein Signal für die Weiterentwicklung“, zeigte sich Uffelmann überzeugt.
Die Baugenehmigung wird den neun Kommunen, die in den bisherigen Verfahren Beschwerde gegen die Erweiterung eingelegt haben, direkt zugestellt. Sie haben dann einen Monat Zeit, Klage dagegen zu erheben. Die hat jedoch keine aufschiebende Wirkung für das Vorhaben. Das wäre lediglich dann der Fall, wenn ein Eilantrag gestellt und das Verwaltungsgericht diesem statt geben würde. Die Chancen dafür stehen nach Meinung der Experten jedoch schlecht, denn das Oberverwaltungsgericht hat in seinem Urteil im vergangenen Jahr mögliche Klagen bereits abgewogen. „Wir wissen zwar um die Möglichkeit, aber wir sind für einen solchen Fall gut gerüstet“, so Hutzenlaub.
Die Hütten Holding will die Monatsfrist noch abwarten, startet aber zwischenzeitlich mit den Ausschreibungen. „Im Herbst 2011 wollen wir eröffnen“, erklärte Thomas Dankbar.
Tageblatt für den Kreis Steinfurt von Anne Eckrodt
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