Stadtentwicklung in Ochtrup

Informationen zur Stadtentwicklung finden Sie auch auf der Website der Stadt Ochtrup unter ochtrup.de

 

Investoren präsentieren Pläne für das Areal am Dränkekreisel

So sehen die Planer das zukünftige Areal am Dränkekreisel: Der Kreisverkehr soll mit Einzelhandel umschlossen und Publikum in Richtung Innenstadt gelockt werden. Neubau: Im Erdgeschoss des Wohn- und Geschäftshauses soll der Sportartikelanbieter Intersport einziehen. Darüber sind Wohnungen geplant. Foto: Schmiegel und Denne, Ochtrup

Schritt für Schritt zum Ziel

Ochtrup, 27.09.2014 Die Neugestaltung der Ochtruper Innenstadt nimmt weiter Formen an. Am Freitagmorgen präsentierte Architekt Dieter Denne die Pläne für das Areal am Dränkekreisel. Letzterer soll von Einzelhandel umschlossen werden. Zudem sind mehrere Wohneinheiten geplant.

Welche Hausnummer welches Haus auf dem Areal zwischen Dränkekreisel und Lambertikirche später einmal bekommen soll, das war der Runde um Bürgermeister Kai Hutzenlaub, Investor Markus Tombült und Pastor Josef Wichmann bei ihrem Treffen am Freitagmorgen im Rathaus noch nicht wirklich klar. Voll zu trifft dieses Attribut allerdings auf die Pläne von Architekt Dieter Denne.

Demnach planen die Investoren Markus Tombült und Oliver Reimann ab dem kommendem Jahr eine umfassende Neugestaltung des Bereichs in vier Schritten. Erste Veränderungen wird es bereits Anfang 2015 geben. Dann soll das Ladenlokal, in dem früher die Gaststätte „Litfaß“ untergebracht war und das derzeit leer steht, zu neuem Leben erweckt werden. Hier wird Einzelhandel seinen Platz finden. „Das ist allerdings keine Dauerlösung“, so Denne. Langfristig soll an dieser Stelle ein Neubau entstehen. Wann, das steht noch nicht fest. Zunächst erfahre das Haus aber eine optische Aufwertung.

Gleich gegenüber wird in Schritt zwei das nächste Projekt realisiert. Dort sollen voraussichtlich im Herbst kommenden Jahres die alte Bücherei und das Gebäude direkt nebenan, in dem sich bis vor kurzem das „Babyland“ befand, zusammengefasst werden. „Wir planen einen Durchbruch, um die Verkaufsfläche im Erdgeschoss zu vergrößern“, erklärte Denne das Vorhaben. So sollen 350 Quadratmeter für weiteren Einzelhandel entstehen. Im oberen Teil des Gebäudes bleiben und entstehen Wohnungen und Büroflächen. Der Eingang befindet sich zukünftig an der Giebelseite des Gebäudes. Da das Gelände dort relativ stark abfalle, plant Denne ein Treppen- und Rampensystem, mit dem auch Rollstuhlfahrer ein problemloser Zugang ermöglich werden soll.

Im Neubau des Wohn- und Geschäftshauses am Dränkekreisel soll der Sportartikelanbieter Intersport einziehen

Schritt drei der Planungen ist auch der aufwendigste. Denn auf dem Areal der früheren Marienschule soll voraussichtlich noch in diesem Jahr mit dem Bau eines Wohn- und Geschäftshauses inklusive Tiefgarage begonnen werden. „Wir stehen kurz davor, die Baupläne einzureichen“, verriet der Architekt. Im Erdgeschoss werde auf 930 Quadratmetern Verkaufsfläche der Sportartikelanbieter Intersport einziehen. Er ist bisher der einzige feststehende Mieter. In der ersten und zweiten Etage sowie im Dachgeschoss sind 26 Wohnungen geplant. „Das ist ganz in unserem Sinne“, bekräftigte Bürgermeister Kai Hutzenlaub. Schließlich sei Wohnraum im Innenstadtbereich sehr attraktiv. Die Vermarktung der zwischen 43 und 120 Quadratmeter großen Wohneinheiten übernimmt das Immobilienzentrum der Verbund-Sparkasse. Eine Besonderheit ist die Erschließung der einzelnen Wohnungen. Die erfolgt über ein ausgeklügeltes Steg- und Brückensystem im Kern des Hauses. In der Tiefgarage plant der Architekt 30 Stellplätze, überirdisch käme noch einmal die gleiche Anzahl hinzu.

Schritt vier ist die Gestaltung der Passage am Kirchplatz in Richtung Innenstadt. An dieser Stelle tangieren die Planungen die Kirchengemeinde St. Lambertus. Steht doch das Pfarrhaus genau in dem Bereich, in dem die Investoren gerne Platz für besagte Passage schaffen würden. „Eigentlich sagt man ja immer, dass die Kirche in Jahrhunderten denkt“, frotzelte Tombült am Freitagmorgen. Doch dies sei in Ochtrup nicht der Fall. Denn die Gemeinde und auch der Kirchenvorstand wollen den Planern nicht im Wege stehen – ganz im Gegenteil. Wenn es nach den Wünschen der Oberen von St. Lambertus geht, würde das Pfarrhaus nur einige Meter weiter ziehen, in die Räume des ehemaligen Café Willemsens. Diese stehen seit geraumer Zeit leer. Die darüber gelegenen Wohnungen würden, so die Überzeugung von Josef Wichmann, auch für das Seelsorge-Team ausreichend Platz bieten. Das Pfarrbüro in seiner jetzigen Größe stoße ohnehin an seine Kapazitätsgrenzen, da es für ein pastorales Zentrum – wie sich St. Lambertus heute darstelle – gar nicht ausgelegt sei.

Indes hat die Gemeinde in dieser Sache nicht das letzte Wort. Das liegt bei der Aufsichtsbehörde des Bistums Münster. Und die will voraussichtlich am 11. November (Dienstag) entscheiden, wie es weiter geht. „Davon hängt jetzt alles ab“, betonte der Bürgermeister. Auch dem Verwaltungschef ist daran gelegen, die Umsetzung der Planungen voranzutreiben. Schließlich will die Stadt die engere Anbindung des FOCs an die Innenstadt hinbekommen. „Es gibt schon viele Ideen“, ließ sich Hutzenlaub nicht weiter in die Karten schauen. Konkrete Pläne sollen in der Sitzung des Ausschusses für Planen und Bauen am 18. November (Dienstag) vorgestellt werden. Dann müsste auch das Votum des Bistums vorliegen.

Bisher sind die Planer mit dem Projektverlauf zufrieden. „Die Zeitachse stellt sich für mich positiv dar“, resümierte Tombült. Er lobte die Ernsthaftigkeit aller Beteiligten. „Wir müssen hier gründlich und peu à peu vorgehen. So eine Entwicklung braucht einfach Zeit“, richtet sich sein Appell, auch an die Ochtruper, dem Projekt Innenstadtentwicklung den für solch eine Größenordnung angemessenen Zeitrahmen einzuräumen.

Tageblatt für den Kreis Steinfurt
von Anne Steven

Entwurf des Rahmenplanes Innenstadt

Ochtrup, 12.06.2014 - Im Bauausschuss und im Rat haben sie ihn schon vorgestellt. Jetzt präsentierten die Fachleute den Rahmenplan Innenstadt den Bürgern. Dabei gab es einige Anregungen, aber auch Kritik, zum Beispiel an fehlenden Vorschlägen für die Anbindung des FOC an die City.

Es war der letzte fußballfreie Abend für Wochen. Rund 60 Ochtruper nutzten ihn, um sich über den Rahmenplan für die Innestadt zu informieren. Drei Fachleute, die aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln an die Sache herangegangen sind, stellten während der Bürgerversammlung im Forum der Realschule am Mittwoch – wie bereits im Januar dem Bauausschuss und dem Rat – ihre Ideen vor.

„Wir möchten Sie bei all unseren Überlegungen dabei haben“, animierte Marc Föhrer vom Büro Stadt und Handel, das bereits das neue Einzelhandelskonzept entwickelt hat, die Zuhörer gleich zu Beginn, sich einzumischen. „Unser Ziel ist es, der Altstadt ein eigenes Profil zu geben“, betonte Föhrer. Dann nahm er das Publikum mit auf einen visuellen Spaziergang. Los ging es am Dränkeplatz, dem nach Auffassung der Planer als Eingangstor zur Innenstadt eine Leiterfunktion zukommt. Von dort bietet sich in Richtung Lambertikirche hochwertiger Einzelhandel in kleineren Geschäften an. „Gerne auch regionale Produkte“, wie Föhrer betonte. Der Kirchplatz dient als eine Art Verteiler – eine prädestinierte Gastronomiemeile. Der Mühlenplatz nebenan könnte künftig den Wochenmarkt beherbergen.

Um Passanten von dort aus in die Weinerstraße zu locken, ist ein echter Kraftakt erforderlich. Daraus machten die Fachleute keinen Hehl. Föhrer: „Da bedarf es im südlichen Bereich schon eines echten Magneten, beispielsweise in Form von Einzelhandel wie Sport- und Outdoorgeschäften.“

Kundengenerierung ist jedoch nur eine Seite des Rahmenplans. Landschaftsarchitekt Marcel Adam stellte einen weiteren Aspekt heraus: „Wir wollen eine attraktive Innenstadt entwickeln – für auswärtige Besucher, vor allem aber für die Menschen, die hier leben. Das funktioniert nur, wenn wir eine hohe Aufenthaltsqualität schaffen.“ Dazu gehören für den Planer aus Potsdam verschiedene Plätze für alle Altersgruppen. „Einen sehr schönen Start erleben wir gerade im Bereich Bahnhof-, Markt- und Horststraße“, so Adam. Ende Juli sollen die Bauarbeiten dort erledigt sein. Als zweiten wesentlichen Aspekt nannte er die Wallanlagen, die sich seiner Auffassung nach als innerstädtische Parkanlagen nutzen lassen – „allerdings nur, wenn sie entsprechend gepflegt werden“. Außerdem fehlten dort Bänke, im Gegenzug könnten einige Stellplätze wegfallen, so Adam.

Apropos: Dem Thema Parkraum widmete sich Verkehrsplaner Jens Rümenapp ebenso wie der Auslastung der Straßen. Fazit Nummer eins: „Das vorhandene Straßennetz reicht derzeit aus. Dabei ist die Berg- und Bültstraße vor allem freitags und samstags sowie an verkaufsoffenen Sonntagen einer hohen Belastung ausgesetzt.“ Fazit Nummer zwei: „Es gibt ausreichend Stellplätze. In Spitzenzeiten sind diese gerade mal zu 61 Prozent ausgelastet.“ Wenn allerdings das große Ziel, mehr Kunden – auch vom FOC – in die Innenstadt zu locken, erreicht werden soll, geht das nicht ohne mehr Parkraum. Rümenapp rechnet mit 200 bis 250 zusätzlichen Stellplätzen, die dann erforderlich seien. „Das geht nicht überirdisch. Dafür müssten zwei Parkhäuser gebaut werden, und zwar von privaten Investoren“, so Rümenapp. In seinen Planungen hat er diese an der Poststraße/Hellstiege sowie zwischen Weinerstraße und Westwall. Außerdem seien künftig mehr Abstellplätze für Fahrräder erforderlich.

In den Augen einiger Diskussionsteilnehmer fehlt es jedoch noch an ganz anderen Dingen. So wollte beispielsweise Hermann Vollenbröker von den Planern wissen, wie Besucher besser vom FOC in die Innenstadt und zum Bahnhof kommen können. „Das ist ein neuralgischer Punkt. Unsere Pläne dafür sind noch nicht ausgereift“, räumte Föhrer ein. Sowohl Dirk Schulte Mesum als auch Andreas Volkery zeigten sich besorgt, dass die Situation an der Berg- und Bültstraße im Rahmenplan nicht ausreichend berücksichtigt werde. Und Johannes Bierbaum kritisierte: „Das markanteste Problem in all den Diskussionen war immer die Überbrückung der Entfernung vom FOC zur Innenstadt. Dazu habe ich heute gar nichts gehört.“

All das, so versprach Föhrer, „werden wir mitnehmen und uns Gedanken dazu machen.“ Bürgermeister Kai Hutzenlaub rief nicht nur die Anwesenden, sondern alle Ochtruper auf, der Verwaltung weitere Ideen mitzuteilen: „Mir ist es wichtig, dass sich die Bürger aktiv am weiteren Gestaltungsprozess beteiligen.“

Tageblatt für den Kreis Steinfurt
von Anne Eckrodt

Für Vorschläge steht das Bauamt per E-Mail (bauamt@ochtrup.de) sowie Fachbereichsleiter Ulrich Koke (Telefon 02553/73140) zur Verfügung.

Die Plätze und ihre Funktionen
-Dränkeplatz: hat eine Leiterfunktion und soll als einladendes Altstadtentrée dienen
- Kirchplatz: soll als repräsentative Stadtmitte dienen, zentral gelegen, prädestiniert für Gastronomie
- Mühlenplatz: gedacht als pulsierendes Areal, auf dem künftig der Wochenmarkt stattfinden könnte
- Wasserplatz am Südwall: urbaner Teil der Wallanlage, Wasserachse
- Valverde-del-Camino-Platz: Treffpunkt für Ochtruper aller Altersgruppen
- Platz Bahnhof-, Markt-, Horststraße: Verbindung zwischen Einkaufsstraßen

Die Verkehrsplanung
- vorhandenes Straßennetz reicht aus, der Stadtgröße angemessen
- starke Konzentration der Verkehrsströme auf der Berg- und Bültstraße, weitere Belastung dort vermeiden
- nördliche Entlastungsstraße unter den derzeitigen Rahmenbedingungen nicht erforderlich; dennoch als Option offenhalten und Trasse sichern
- Schlüsselmaßnahme: fünfarmiger kleiner Kreisverkehr an der Kreuzung Bentheimer Straße, Gronauer Straße, Berg- und Parkstraße; Fußgängerüberwege in allen Armen; vom Westwall für Kfz nur Ausfahrt in den Kreisel, für Radler Ein- und Ausfahrt
- zurzeit ausreichend Stellplätze; neue Nutzungen in der Innenstadt erfordern zusätzliche Stellplätze (200 bis 250); Bau von zwei neuen Parkhäusern durch Privatinvestoren; keine Ablösung von Stellplatzverpflichtungen
- Westwall als neue durchgängige Hauptachse für den Radverkehr; mehr Abstellanlagen

Kommentar
Nachbessern bitte
Eine Stadt lebt von den und durch die Menschen, die in ihr wohnen. Deshalb müssen sie in einen so gravierenden Entwicklungsprozess wie die Umgestaltung der Innenstadt einbezogen werden. Schließlich sollen sie sich in ihrer „City“ wohlfühlen. Nur so haben sie Spaß daran, sich dort aufzuhalten.
Die Bürgerversammlung bot eine gute Möglichkeit, direkt mit den Fachplanern ins Gespräch zu kommen, eigene Ideen einzubringen, aber auch Kritik zu üben. Schade nur, dass so wenige Menschen davon Gebrauch gemacht haben. Doch auch wenn die Teilnehmerzahl sehr überschaubar war, die, die sich zu Wort gemeldet haben, hatten zum Teil sehr gute Anregungen und auch berechtigte Kritikpunkte. Zur letzteren Kategorie gehören die fehlenden Vorschläge für eine Anbindung des FOC an die Innenstadt. Dabei ist dieser Punkt einer von fünf sogenannten Handlungserfordernissen, die der Rahmenplan auflistet. Da heißt es nachbessern.

Tageblatt für den Kreis Steinfurt
von Anne Eckrodt


Sanierung Innenstadt

Ausbau des Platzbereiches
Marktstr./Weinerstr./Horststr./Bahnhofstr.


Wie bereits berichtet, wurden der Stadt Ochtrup für die Sanierung der Innenstadt Zuwendungen gewährt, so dass nun als erste Maßnahme der Ausbau des Platzbereiches Markstr./ Weinerstr./Horststr./Bahnhofstr. als Verbinder der beiden Einkaufsstraßen Weinerstraße und Bahnhofstraße erfolgen soll. Der Beginn der Bauarbeiten ist für Mitte Februar 2014 vorgesehen, zur Zeit werden schon Vorarbeiten durch die Stadtwerke geleistet.

Interessierte können sich den nebenstehenden Gestaltungsplan für den Platzbereich ansehen.

In den politischen Gremien der Stadt wird zur Zeit über die Farbe des Betonsteinpflasters beraten. Eine Entscheidung soll in der Sitzung des Rates der Stadt Ochtrup am 20.02.2014 getroffen werden. Zum Zwecke der Farbauswahl hat die Stadt Ochtrup im Bereich des Dränkekreisels und derzeit an der Gaststätte "Alt Ochtrup", Weinerstr. 26, kleinere Musterflächen ausgelegt. Zur Auswahl steht graues oder sandsteinfarbiges Pflaster.

Die Meinung der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Ochtrup ist gefragt

Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Ochtrup haben die Möglichkeit, die Flächen zu besichtigen und der Verwaltung per E-Mail unter bauamt@ochtrup.de oder telefonisch unter 73-143 bis zum 19.02.2014 ihre Meinung hierzu mitzuteilen. Darüber hinaus können sich Interessierte auch an die Fraktionen des Rates der Stadt Ochtrup wenden.

Stadt Ochtrup

Tipp: Bitte beachten Sie auch weitere Informationen zur geplanten Umgestaltung der Stadt Ochtrup hier auf der Internetseite.


Leitbild bildet die Basis für die Neuentwicklung der Innenstadt

Fokus der weiteren Arbeit liegt in der Maßnahmenumsetzung

Zur Stärkung und Revitalisierung der Altstadt ist unter Federführung der Stadt Ochtrup ein Leitbildprozess unter Einbindung der ISG, der VWO sowie weiterer Innenstadtakteure, begleitet durch das Büro Stadt+Handel, initiiert worden. Gemeinsam konnten in den vergangenen Monaten bereits eine Vielzahl an Handlungs- und Themenbereichen eingebracht werden, um die initiierten und zukünftigen Maßnahmen privater und öffentlicher Akteure zu bündeln und zielgerichtet umzusetzen.

Das Ziel des Prozesses ist es, übergeordnete Ideen für ein erkennbares und erlebbares Profil - also eine Markenbildung - für die Ochtruper Altstadt zu entwickeln und in einem Leitbild für die Altstadt zusammenzufassen. Der Rat der Stadt Ochtrup hat in seiner Sitzung am 18. Juli 2013 dem vorgestellten Leitbild zugestimmt und beschlossen, alle öffentlichen, innenstadt-bezogenen Aktivitäten im Sinne des Leitbildes umzusetzen. „Ich freue mich, dass wir mit den Innenstadtakteuren, dem Rat und der Verwaltung einen breiten Konsens in Bezug auf das Leitbild gefunden haben. Das Leitbild ist für uns alle eine Leitlinie zur Umgestaltung der Innenstadt und bildet damit die Basis für die kurzfristige und mittelfristige Maßnahmenentwicklung bzw. Maßnahmenumsetzung, die jetzt im Vordergrund steht“, erläutert Bürgermeister Kai Hutzenlaub den Sachstand.

In mehreren Diskussionsrunden hatte sich der Arbeitskreis aus ISG, VWO, Stadt, Investoren und Gutachter des Büro Stadt+Handel darauf verständigt, dass die Altstadt für
- Kultur und Historie,
- Familie und Freunde,
- Sport und Freizeit sowie
- Grenznähe
steht.

Der nächste beschlossene Arbeitsschritt sieht nun vor, das Leitbild weiter zu konkretisieren. Es werden Maßnahmen entwickelt, die die Altstadt stärken und stabilisieren. Bürgermeister Kai Hutzenlaub erläutert: „Ein konstruktiver Dialog zwischen den Beteiligten wird in bewährter Form weiter stattfinden, damit der Prozess erfolgreich durchgeführt werden kann. Nur eine koordinierte und zielführende Entwicklung der Altstadt wird anhand einer derartigen Konzeption dauerhaft Erfolg haben.“

Auf der einen Seite ist die Altstadt geprägt durch Leerstände, unzureichende Nutzungen sowie einen anhaltenden Investitionsstau im öffentlichen und privaten Raum, andererseits sind massive immobilienbezogene Investitionen in der Innenstadt zu beobachten. Gleichzeitig ist mit dem FOC Ochtrup ein stark nachgefragtes und überregional bedeutsames Einzelhandelsangebot im innerstädtischen Kontext entstanden. Um dieser Entwicklung adäquat zu begegnen und mit allen innenstadtbezogenen Maßnahmen auf eine Attraktivitätssteigerung der Altstadt abzuzielen, ist nun mit dem Leitbild die Basis für ein konzertiertes Vorgehen geschaffen worden.


Gestaltungssatzung Stadt Ochtrup

Entwurf einer Gestaltungssatzung im Bereich der Stadt Ochtrup

Der Ausschuss für Planen und Bauen hat sich erstmals in seiner Sitzung am 17.09.2012 mit dem Entwurf einer Gestaltungssatzung befasst. Auf Antrag der CDU-Fraktion ist dieser Entwurf im Rahmen einer Powerpointpräsentation in einer Informationsveranstaltung für Eigentümer, Mieter und Bürger am Mittwoch, dem 06.11.2013, im Foyer der Stadthalle vorgestellt und mit den Anwesenden diskutiert worden.

Die in der Versammlung geäußerten Anregungen werden zur Zeit geprüft und gegebenenfalls in die Satzung eingearbeitet. Vorgesehen ist, die überarbeitete Satzung im Januar im Fachausschuss beraten zu lassen.

Interessierte können sich die Präsentation dowloaden, ansehen und gegebenenfalls per Telefon 02553.73-151, Frau Kurz, per E-Mail unter bauamt@noSpam.ochtrup.de oder schriftlich bei der Stadt Ochtrup, Prof.-Gärtner-Str. 10, 48607 Ochtrup noch bis Mitte Dezember 2013 Änderungsvorschläge/Anregungen einreichen.

Zur Einsichtnahme in die Präsentation Bild anklicken und PDF-Datei downloaden.


Entwurf erntet Kritik und Lob

Bürgerversammlung zur Gestaltungssatzung für die Innenstadt

Ochtrup, 08.11.2013 Die Gestaltung von Fassaden und Dächern regelt die Gestaltungssatzung für die Innenstadt ebenso wie die Möblierung für die Außengastronomie. Das gefällt nicht allen, wie die Bürgerversammlung am Mittwochabend gezeigt hat. Dort gab es auch Kritik am Satzungsentwurf.

Von A wie Außengastronomie bis Z wie Zierrat soll die neue Gestaltungssatzung regeln, wie das künftige Bild der Ochtruper Innenstadt aussieht. „Allerdings“, das machte die Erste Beigeordnete Birgit Stening in der Bürgerversammlung am Mittwochabend deutlich, „ist das, was Sie hier heute sehen, ein Entwurf, noch nichts Endgültiges.“ Denn in Kraft tritt die Satzung erst, wenn sie vom Rat beschlossen worden ist. „Wir hoffen, dass das 2014 passiert“, steckte Stening den Zeitrahmen ab.

Dann präsentierte Bauamtsmitarbeiterin Angelika Kurz die von ihr erarbeitete Gestaltungssatzung. „Über eine Attraktivitätssteigerung der Innenstadt wollen wir eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität und somit eine Belebung erreichen“, umriss die Diplom-Ingenieurin eines der Ziele. Um die zu erreichen, soll es künftig nicht nur klare Maßstäbe für die Fassadengestaltung inklusive Schaufenstergrößen und Klinkerfarben geben. Auch für die Struktur der Häuserparzellen gibt es Vorschriften. An dem Punkt hakte Tanja Steffers nach. „Ich finde die Satzung hier sehr kleinteilig. Wir wollen doch alle Investoren für die Innenstadt gewinnen. Die würden auf diese Weise jedoch sehr eingeschränkt“, kritisierte die Geschäftsfrau. Und Lisa Albers, Vorstandsmitglied der Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG), fügte hinzu: „Vielleicht sollte man die Satzung in dem einen oder anderen Punkt noch einmal überdenken.“

Den Ball nahm die Erste Beigeordnete auf, indem sie erklärte: „Genau dazu dient die Veranstaltung heute. Denn am Ende wollen wir doch alle das Bild der historischen Altstadt erhalten.“ Ihre Kollegin Sabine Hartmann vom Bauamt füllte derweil Seite um Seite ihres Notizblocks mit den geäußerten Kritikpunkten und Änderungsvorschlägen.

Apropos: Der SPD-Vorsitzende Josef Hartmann hatte zwar Verständnis für einige Einwände, wollte die Gestaltungssatzung generell jedoch nicht in Frage gestellt wissen. „Sehr viele Städte haben ein solches Regelwerk, und sie fahren gut damit. Warum sollte das in Ochtrup nicht klappen?“, so Hartmann. FWO-Ratsmitglied Markus Heuer sah die Sache ebenfalls entspannt: „Wir sitzen doch hier zusammen, um Anregungen mitzunehmen.“

Bei aller Kritik gab es zum Abschluss der Veranstaltung im Foyer der Stadthalle auch Lob an die Adresse der Verwaltung. „Es ist toll, dass sich jemand so viele Gedanken gemacht hat. Die Wortbeiträge hier sollten kein Mosern sein, sondern als Anregungen verstanden werden. Denn wir arbeiten Tag für Tag in und mit den Immobilien in der Innenstadt“, betonte Tanja Steffers.

Nun geht es ans Feintuning der Satzung. „Die wird letztlich von den Kommunalpolitikern verabschiedet. Da ist es gut, dass heute Abend Vertreter aller Fraktionen da waren“, machte Birgit Stening deutlich. Und mit einem Schmunzeln fügte sie hin: „Ich denke, sie werden ihre Hausaufgaben zu dem Thema mitnehmen.“

Tageblatt für den Steinfurt
von Anne Eckrodt

Kommentar: Diskussion muss sein

Streckenweise mutete die Bürgerversammlung an wie eine geballte Meckerei von Immobilienbesitzern, CDU-Politikern sowie Vertretern der Immobilien- und Standortgemeinschaft an die Adresse der Stadtverwaltung. Deren Mitarbeiter – allen voran Bauamtsleiter Ulrich Koke – dürften daher das eine oder andere Mal kräftig geschluckt haben. Letztlich aber hat die Veranstaltung ihren Zweck erfüllt. Denn die neue Gestaltungssatzung befindet sich derzeit im Entwurfs- und damit im Diskussionsstadium. Da ist es gut, wenn sich möglichst viele zu Wort melden, Ideen, Kritik und auch Verbesserungsvorschläge äußern. Das ist wichtig, um am Ende ein Ergebnis zu haben, das von möglichst vielen mitgetragen wird und vor allem eines ist – praktikabel. Denn nur so sind die Eigentümer bereit, in ihre Immobilien zu investieren. Und nur so kehrt endlich wieder mehr Leben in die Innenstadt ein.

Fest steht aber auch: Wenn es keine Gestaltungssatzung gibt, wenn also nichts geregelt wird, wird es in der Ochtruper Altstadt auch künftig so aussehen wie bisher. Und ein solches „Weiter so“ kann niemand ernsthaft wollen.

Tageblatt für den Steinfurt
von Anne Eckrodt


Neugestaltung von Teilbereichen der Fußgängerzone in Ochtrup

Beurteilung durch das Preisgericht

Das Konzept basiert auf der Grundidee, die einzelnen Stadträume miteinander zu vernetzen und urbaner zu gestalten.

Teilbereich I
Durch das Freistellen der Lambertikirche wird eine Großzügigkeit in der Raumgebung erreicht und der Blick auf die prägende Bausubstanz gelenkt. Die neu geschaffenen Räume um die Lambertikirche ermöglichen unterschiedliche Nutzungen (Markt, Festival, u.a.) und bieten Nutzungsqualitäten im Außenbereich für die Gastronomie.
Das Pfarrhaus mit seiner baulichen Ergänzung bildet einen klaren Raumabschluss zum neugeschaffenen "Lambertiplatz". Für den Stadtraum südlich des Pfarrhauses bietet der Entwurf leider keine klare Antwort.
Auf die vorhandene Topographie wird überzeugend mit Sitzstufen reagiert. Die erhöhte Fläche eröffnet ihrerseits Blickbeziehungen und ist zugleich als Bühne für Veranstaltungen nutzbar. Im Norden werden die Bültstraße und Bergstraße über den Platzbelag zum selbstverständlichen Bestandteil des Stadtraums.
Die wichtigen Bestandsgebäude sowie der Lambertusbrunnen werden sinnvoll in das Gesamtkonzept integriert. Im Osten der Lambertikirche erscheinen der vorgeschlagene Trinkbrunnen sowie die Hecke wenig überzeugend.

Teilbereich II
Im südlichen Planungsbereich ist die auffällige und unterschiedliche Flächenzonierung für Fußgänger und Autofahrer sinnvoll, es bleibt jedoch die Frage der räumlichen und funktionalen Abgrenzung des Verkehrsverlaufs insbesondere im Einmündungsbereich der Töpferstraße. Die Verbindung zwischen den unterschiedlichen Teilbereichen der Fußgängerzone wird nachvollziehbar und mit geringem Aufwand hergestellt. Das vorgeschlagene Spalier zur Raumbildung kann jedoch nur ein Provisorium sein.

Das Betonpflaster mit Natursteinvorsatz, verlegt im "römischen Verbund" wirkt - eine sorgfältige Materialauswahl vorausgesetzt - freundlich und zeitlos. Die Gebäude werden durch dieses klassische Pflaster in Wert gesetzt. Die Jury empfiehlt im Falle der Berücksichtigung des Entwurfs unbedingt die Auswahl warmer Materialtöne. Das Zielkonzept, das Mobiliar entlang von Bändern anzuordnen, erscheint durchdacht.

Insgesamt stellt der Entwurf aufgrund seiner klaren Raumbildung und seiner ruhigen gestalterischen Handschrift einen überzeugenden Vorschlag zur gestellten Aufgabe dar, der mit den Bestandsgebäuden und örtlichen Rahmenbedingungen angemessen umgeht.

Marcel Adam Landschaftsarichtekten

 

Entwurf von Marcel Adams Landschaftsarchitekten

Freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb Innenstadt

Die Stadt Ochtrup hat einen Freiraumplanerischen Realisierungswettbewerb ausgelobt, mit dem Ziel, ein städtebauliches und landschaftsplanerisches Konzept zur Aufwertung bedeutender innerstädtischer Platzbereiche in der Fußgängerzone zu finden.

Gesucht wurde ein Entwurf, der unter anderem die Frage beantwortet, wie die Nutzbarkeit der Platzbereiche um die Lambertikirche für Bewohner und Innenstadtbesucher erhöht werden kann und welche Stadtraumqualitäten im Bereich des Stadtbrunnens in der Bahnhofstraße geschaffen werden können.

Das am 20. März 2013 tagende Preisgericht konnte feststellen, dass die 13 Wettbewerbsbeiträge ein breites Spektrum an verschiedenen Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt haben und entschied sich nach eingehender fachlicher Beratung, einen 1. Preis, zwei 3. Preise und einen Ankauf zu vergeben.

Am 02.05.2013 wurden die 13 Wettbewerbsbeiträge und deren Entwurfsansätze in einer Ausstellungseröffnung präsentiert. Das Jurymitglied Frau Prof. Reicher hat die Entscheidung des Preisgerichtes vorgestellt und die Entwurfsverfasser zweier prämierter Arbeiten haben ihre Wettbewerbsbeiträge erläutert. Die Ausstellung war für Interessierte noch in der darauf folgenden Woche geöffnet.

Zur Einsichtnahme in die vollständige Dokumentation Bild anklicken und PDF-Datei downloaden.

Die prämierten Arbeiten sind unter dem nachfolgenden Link einzusehen:
www.competitionline.com/de/wettbewerbe/124934


Einzelhandelskonzept Stadt Ochtrup

Um eine Grundkonzeption für den Handelsstandort Ochtrup festzusetzen, hat die Stadt Ochtrup mit dem Gutachterbüro Stadt und Handel, Dortmund, die Fortschreibung des Einzelhandelskonzeptes erarbeitet. Es soll Fragen über die geregelte Weiterentwicklung des Handelsstandortes klären und die Potentiale des FOC für die historische Innenstadt sichern. In den Arbeitssitzungen zur Fortschreibung des Einzelhandelskonzeptes konnten zahlreiche Impulse der verschiedenen Akteure aufgenommen werden. In diesen Sitzungen ist mit politischen Vertretern, Experten, Behörden, der ISG und der VWO e.V. und den Gutachtern über die Entwicklung des Handelsstandortes Ochtrup diskutiert und ein tragfähiges Konzept erarbeitet worden. Das Gutachten liefert nicht nur wichtige Leitlinien für die Weiterentwicklung des Handelsstandortes Ochtrup, sondern wird ebenfalls für den Fördermittelprozess im Rahmen des Stadtentwicklungskonzeptes benötigt. Der Rat der Stadt Ochtrup hat den Endbericht der Fortschreibung des Einzelhandelskonzeptes in seiner Sitzung am27.09.2012 zum Beschluss erhoben.

Interessierte können den Endbericht anklicken und als PDF-Datei downloaden.

 

Ochtrup Stadtentwicklungskonzept STEK

Stadtentwicklungskonzept/Stadtumbau

Nachdem der Rat der Stadt Ochtrup in seiner Sitzung am 12.05.2011 den Entwurf des Stadtentwicklungskonzeptes verabschiedet hat, ist von der Verwaltung der Antrag auf Städtebauförderung erarbeitet worden. Hierzu gehörte zum Einen die Zusammenstellung der Maßnahmen und zum Anderen die Kosten der Maßnahmen für die nächsten Jahre zu beziffern. In 2012 wurde der Antrag durch die Fortschreibung des Einzelhandelskonzeptes sowie die Aktualisierung des Stadtentwicklungskonzeptes qualifiziert, so dass bis Ende Oktober 2012 der Antrag auf Städtebauförderung, Programm "Aktive Stadtzentren", bei der Bezirksregierung vorgelegt wird. Eine Entscheidung, ob die Stadt Ochtrup in das Förderprogramm aufgenommen wird, wird nach Auskunft der Bezirksregierung erst im Frühsommer 2013 getroffen.

Interessierte können sich hier den Endbericht des Stadtentwicklungskonzeptes, die Aktualisierung des Stadtentwicklungskonzeptes aus 2012, die Anlage „Handlungsfeld Verkehr“ sowie die für die kommenden Jahre geplanten Maßnahmen als pdf-Datei herunterladen. Weitere Informationen zur Realisierung enthält das ebenfalls als pdf-Datei beigefügte Strategiepapier.

Ansprechpartner für Fragen und Anregungen zum Stadtentwicklungskonzept bzw. dessen Umsetzung sind ...
Herr Tausewald, Tel.-Nr. 73-101, robert.tausewald@noSpam.ochtrup.de und
Frau Werremeier, Tel.-Nr. 73-146, claudia.werremeier@noSpam.ochtrup.de.

BPW baumgart+partner, Stadt- und Regionalplanung
www.bpw-baumgart.de
GGR Gertz Gutsche Rümenapp, Stadtentwicklung und Mobilität
www.gertz-gutsche-ruemenapp.de


Kommt die Umsetzung des Stadtentwicklungskonzeptes bald in Schwung? Geht es nach dem Bauausschuss, weist die Stadt Ochtrup ein sogenanntes Sanierungsgebiet aus. Dann könnte sie Städtebaufördermittel beantragen. Ob diese bewilligt werden, würde sich im Sommer entscheiden. Foto: Linda Braunschweig

Per Sanierung zum Geldsegen

Ochtrup, 26.01.2012 Ochtrups Stadtkern wird seniorenfreundlicher. Kinderfreundlicher. Jugendfreundlicher. Behindertenfreundlicher. Optisch attraktiver. Fürs Shoppen verlockender. Besser verknüpft mit dem EOC. Und vor allem: mit Leben gefüllt.

Diese Zukunftsvision entwirft das Stadtentwicklungskonzept. Und um das von der Theorie in die Praxis übertragen zu können, soll nun ein sogenanntes Sanierungsgebiet ausgewiesen werden - auf der Fläche, die Gegenstand des Stadtentwicklungskonzeptes ist. Darauf hat sich am Dienstagabend der Ausschuss für Planen und Bauen einstimmig verständigt. Er legt nun dem Rat einen entsprechenden Beschluss nahe.

Um Städtebaufördermittel zu erhalten, hat die Stadt zwei Handlungsoptionen: Entweder sie führt eine Sanierungsmaßnahme durch - das heißt, dass sie sogenannte städtebauliche Missstände beseitigt. Oder sie entscheidet sich für einen Stadtumbau. Als Argument dafür, dass dieser nötig ist, ließe sich die Erweiterung des EOC anführen - die zu einem sogenannten „städtebaulichen Funktionsverlust“ führt.

Während sich die Sanierungsmaßnahme - wie ihr Name schon sagt - beispielsweise auf Instandsetzung oder Neubebauung konzen­triert, gleicht der Stadtum- eher einem Stadtabbau: Vorrangig geht es hierbei darum, überflüssige Gebäude oder Anlagen abzureißen.

Der Bauausschuss findet die Sanierungsmaßnahme attraktiver als den Stadtumbau - was darin begründet liegt, dass sie auch für potenzielle Investoren attraktiver ist. Die können nämlich gemäß dem Einkommensteuergesetz in einem Sanierungsgebiet erhöhte Abschreibungen in Anspruch nehmen: auf alle Herstellungskosten aus Modernisierung oder Instandhaltung; und auf alle weitere Maßnahmen, die nötig sind, um das jeweilige Gebäude funktional nutzen zu können. Was nicht für Investitionen in einem Stadtumbaugebiet gilt - worauf die CDU-Fraktion im Vorfeld der Sitzung hingewiesen hat.

Ein weiterer Vorteil der Sanierungsmaßnahme besteht darin, dass die Stadt nicht zwangsläufig einen Sanierungsträger einsetzen (und teuer bezahlen) muss. Und dies laut Ulrich Koke auch nicht vor hat. „Vielleicht werden wir den einen oder anderen Planer einschalten“, sagte der Bauamtsleiter. Dafür ist bei der Sanierungsmaßnahme - im Kontrast zum Stadtumbau - eine vorbereitende Untersuchung nötig. Laut der Ersten Beigeordneten Birgit Stening fallen hier Kosten in Höhe von 10 000 bis 15 000 Euro an.

Tageblatt für den Kreis Steinfurt
von Katharina Fiegl


Kommentar: Das ist nur der Anfang

13.05.2011 Der Rat hat das Stadtentwicklungskonzept verabschiedet. Mit dem einstimmigen Beschluss hat er ein deutliches Zeichen gesetzt. Das ist ein Anfang, mehr nicht. Jetzt muss es weitergehen. Ideen müssen konkretisiert, Pläne entwickelt und umgesetzt werden. Das kostet Zeit und Geld, vor allem von privaten Investoren. Denn ohne die geht es nicht. Mit ihnen steht und fällt die Zukunftsfähigkeit dieser Stadt.

Aber auch die Bürger sind weiter gefragt. Viele von ihnen haben sich während der Konzeptentwicklungsphase in den vergangenen Monaten eingebracht. Mit ihren Vorschlägen, aber auch mit kritischen Anmerkungen haben sie den Prozess befruchtet und mitgeprägt. Es ist wichtig, dass die Menschen, die hier leben, sich weiter einmischen und ihre Stadt gestalten. Der größte Fehler, der jetzt passieren kann, ist der, das Stadtentwicklungskonzept in die Schublade zu legen. Dann hätte Ochtrup seine entscheidende Chance vertan.

Tageblatt für den Kreis Steinfurt
von Anne Eckrodt


Kommt jetzt Bewegung in die Sache? Der Rat hat am Donnerstagabend das Stadtentwicklungskonzept beschlossen, das ein Hauptaugenmerk auf die Wiederbelebung der Weinerstraße legt. Foto: Linda Braunschweig

Rat verabschiedet das Stadtentwicklungskonzept

Ochtrup, 13.05.2011 Es dauerte keine zehn Minuten, da war das Stadtentwicklungskonzept (STEK) beschlossene Sache. Der Rat brachte die Leitgedanken für die Entwicklung Ochtrups in den nächsten 20 bis 30 Jahren am Donnerstagabend einstimmig auf den Weg. „Das ist kein konkreter Maßnahmenkatalog, sondern stellt die Grundzüge dar, damit wir als Stadt in eine Richtung und in eine gute Zukunft marschieren“, hatte Bürgermeister Kai Hutzenlaub im Vorfeld der Abstimmung noch einmal deutlich gemacht.

Diskussionen zum STEK gab es in der Sitzung nicht mehr. „Das ist ein sehr mutiger und transparenter Prozess, der sich jetzt schon positiv auf die Stadt und die Bürger ausgewirkt hat und von der Verwaltung gut organisiert worden ist“, lobte FWO-Fraktionschef Jörn Oberndörfer. Eine Auffassung, die von den anderen Fraktionen geteilt wurde. Lediglich Martin Wilke (SPD) räumte ein, in einem Punkt „Bauchschmerzen“ zu haben. „Wir müssen die Verkehrssituation nach der EOC-Erweiterung im Auge behalten“, machte er deutlich. In dem Zusammenhang warnte Hajo Steffers (CDU) davor, sich auf rein subjektive Eindrücke zu verlassen. „Der eine oder andere hat vielleicht das Gefühl, dass es ein höheres Verkehrsaufkommen gibt. Doch wir sollten uns da nicht auf Gefühle berufen, sondern - falls es erforderlich wird - objektiv prüfen“, sagte Steffers.

Die Stadtplaner hatten in der Abschlussveranstaltung am 2. Mai empfohlen, für den weiteren Prozess externe Berater hinzuzuziehen und das STEK mindestens einmal im Jahr auf den Prüfstand zu stellen. Während größere Projekte erst in den verschiedenen Gremien beraten werden, lassen sich kleinere, aber nicht weniger wirkungsvolle Aktionen wie der Abbau unnötiger Schilder oder das Abfräsen von Mittelstreifen auf Straßen unbürokratisch und schnell umsetzen.

Tageblatt für den Kreis Steinfurt
von Anne Eckrodt


In den Augen der Stadtplaner ein zentraler Bereich des Ortes: der Platz an der Lambertikirche. Foto: Linda Braunschweig

Stadtentwicklungskonzept: Alle ziehen an einem Strang

Ochtrup, 11.05.2011 Klares Votum für das Stadtentwicklungskonzept (STEK): Der Ausschuss für Planen und Bauen hat sich am Dienstagabend einstimmig dafür ausgesprochen und dem Rat empfohlen, in seiner Sitzung am Donnerstag (12. Mai) ebenso zu verfahren. „Es ist gut, dass von der Politik ein so deutliches Zeichen nach außen geht, auch an die Investoren. Die braucht die Stadt nämlich dringend, da sie alleine nicht die Möglichkeit hat, ein solches Konzept umzusetzen“, machte der Ausschussvorsitzende Matthias Dankbar (SPD) deutlich.

Im Vorfeld der Abstimmung brachte Uwe Wagner (SPD) noch einmal das Thema Verkehrsströme zur Sprache. „Viele Menschen haben das Gefühl, dass die zu erwartenden Verkehrsströme nicht mit der bestehenden Infrastruktur zusammenpassen. Das müssen wir im Auge behalten. Aus diesem Grund sollten wir auch eine Nordumgehung im Hinterkopf haben“, sagte er. „Nicht nur deshalb ist es wichtig, das Stadtentwicklungskonzept einmal im Jahr zu prüfen“, machte der Erste Beigeordnete Kai Uffelmann deutlich.

Die Ratssitzung beginnt am 12. Mai um 18.30 Uhr im Café Laurenz.

Tagbelatt für den Kreis Steinfurt
von Anne Eckrodt


Kommentar: Es muss etwas passieren

03.05.2011 In einer Woche soll das Stadtentwicklungskonzept vom Rat beschlossen werden. Und dann? Dann fängt die Arbeit erst an. Denn es gilt, die vielen Ideen der vergangenen Monate umzusetzen, weiter zu entwickeln, veränderten Bedingungen anzupassen. Vieles lässt sich nicht sofort, manches erst in Jahren, Jahrzehnten realisieren. Einiges möglicherweise auch gar nicht. Manches wird auf breite Zustimmung stoßen, anderes hier und da auch weh tun. Aber es gibt keine Alternative. Das EOC wird seine Besucher anlocken, egal wie sich der Rest der Stadt präsentiert. Wenn die Ochtruper Einzelhändler eine Chance haben wollen, davon zu profitieren, müssen sie aktiv werden und die Innenstadt - zusammen mit Verwaltung und Politik - attraktiver werden lassen. Wenn die Kaufleute jetzt nicht an einem Strang ziehen, wird der Rubel an ihnen vorbei rollen.

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von Anne Eckrodt


Bürgerversammlung zum Stadtentwicklungskonzept

Nicht alles stößt auf Gegenliebe

Ochtrup, 03.05.2011 – Es war für die Bürger die letzte Gelegenheit, im Gespräch mit den Planern noch Kritik und Anregungen zum Stadtentwicklungskonzept (STEK) loszuwerden. Über 30 Ochtruper nutzten diese Chance und kamen am Montagabend in die Aula des Schulzentrums.

Dort stellten ihnen Frank Schlegelmilch (Büro Baumgart und Partner) und Jens Rümenapp (Büro Gertz, Gutsche und Rümenapp) die Ideen vor, die in den vergangenen Monaten von Bürgern, Politikern und Planern gemeinsam entwickelt worden sind. „All das sind Vorschläge und Leitbilder, an denen sich die Politik orientieren kann“, betonte Schlegelmilch. Und Bürgermeister Kai Hutzenlaub fügte hinzu: „Ich hoffe, dass Sie als Bürger weiter an der Entwicklung Ochtrups mitwirken.“

Am Montagabend waren es vor allem Bedenken, die viele der Anwesenden äußerten. Einer der Hauptkritikpunkte: die Lenkung der Verkehrsströme nach der EOC-Erweiterung. Die Planer haben die Situation zu unterschiedlichen Zeiten und an verschiedenen Wochentagen simuliert. Fazit: „Es funktioniert selbst zu Spitzenzeiten mit der derzeitigen Verkehrsführung“, so Rümenapp. Eine Aussage, die bei Elmar Becker Zweifel aufkommen ließ. Der Ochtruper, der beruflich mit der Finanzierung von Outletcentern zu tun hat, hält die zugrunde gelegten Zahlen für zu niedrig. „Neueste Untersuchungen zeigen, dass weniger Menschen pro Fahrzeug die Center ansteuern, dafür aber mehr Autos kommen“, erklärte Becker. Rund um das EOC gibt es künftig 1400 Stellplätze. „Damit bewegen wir uns im oberen Mittelfeld bei deutschen Outletcentern“, betonte Investor Thomas Dankbar. Verkehrsplaner Rümenapp ergänzte: „Wenn das EOC wesentlich besser laufen sollte, als in den Planungen angenommen, und alle dort nur noch alleine hinfahren, muss man von Seiten der öffentlichen Hand über eine Verbesserung der Infrastruktur nachdenken.“

Die Idee der Planer, den Bereich von der Dränke bis zum EOC zu einem Parkplatz zu machen und die Verbrauchermärkte teilweise zum Marktplatz umzusiedeln (das Tageblatt berichtete), stieß bei einigen Bürgern ebenfalls auf Kritik. Apropos Parkplätze: Zu dem Thema hakten einige Geschäftsleute am Montagabend nach. „Können Sie sich beispielsweise den Valverde-del-Camino-Platz auch als Parkplatz vorstellen?“, wollte beispielsweise Gerd Egbring wissen. Und Johannes Bierbaum betonte: „Nur Geschäfte, die rundum über Stellplätze verfügen, haben überlebt.“ Nach Auffassung der Planer gibt es in Ochtrup ausreichend Parkraum, der sei jedoch zum Teil schwer zu finden. Daher müsse ein Parkleitsystem her. Das größte Manko ist in den Augen von Schlegelmilch ein ganz anderes. „Das Problem ist nicht der Parkplatzmangel, sondern der Mangel an Attraktivität der Innenstadt“, brachte der Fachmann die Situation auf den Punkt. Als größte Herausforderung bezeichnete er es, die Weinerstraße wieder zur wichtigsten der Stadt zu machen. Schlegelmilch: „Das EOC entwickelt sich von selbst, die Weinerstraße tut es nicht mehr.“

Am 12. Mai (Donnerstag) soll das STEK vom Rat der Stadt verabschiedet werden. „Damit werden keine einzelnen Maßnahmen beschlossen, sondern ein Gesamtkonzept als Leitgedanke auf den Weg gebracht“, machte der Erste Beigeordnete Kai Uffelmann deutlich. Und er fügte hinzu: „Das Konzept ist für die Bürger dieser Stadt gemacht, nicht für die EOC-Besucher.“ An Erstere appellierte Schlegelmilch abschließend: „Lassen Sie die Verantwortlichen jetzt nicht alleine. Die Stadt steht vor einer ihrer größten Aufgaben; dabei ist die Verwaltung ebenso gefragt, wie die Politiker und die Bürger. Dabei ist es ganz wichtig, professionelle Berater von außen hinzuzuziehen.“

Eine erste Veranstaltung, die sich aus dem STEK entwickelt hat, findet am 19. Mai (Donnerstag) statt und steht unter dem Motto „Handelsraum und Einkaufsstadt“. Die Wirtschaftsförderung der Stadt sowie die Veranstaltungs- und Werbegemeinschaft laden die Einzelhändler dazu um 19 Uhr in die Gaststätte Brinckwirth ein.

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von Anne Eckrodt


Abschlußveranstaltung Montag, 2. Mai 2011 um 19 Uhr
Aula des Schulzentrums Ochtrup


Das Stadtentwicklungskonzept für Ochtrup nimmt Gestalt an. Am 12. April wurden in einer öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Planen und Bauen erste Maßnahmen des Konzeptes von den beauftragten Planungsbüros BPW baumgart+partner und GGR Gertz Gutsche Rümenapp vorgestellt. Das Stadtentwicklungskonzept soll vor allem Lösungsvorschläge entwickeln, wie die funktionale Anbindung des EOC an die Innenstadt verbessert werden kann, wie die Leerstände behoben werden können und wie der Besucherverkehr des EOC innenstadtverträglich gestaltet wird.

Zum ersten Punkt wurde gleich zu Beginn ein ambitionierter Vorschlag präsentiert. Nördlich der Laurenzstraße zwischen EOC und Dränke soll in zweiter Reihe eine Hauptstellplatzanlage für das EOC entstehen. Die vorhandenen Verbrauchermärkte sollen dazu verlagert werden. "Das wird sicher nicht heute geschehen und auch nicht morgen, aber wenn Besucher des EOC in die Innenstadt gelockt werden sollen, wird dies nicht gelingen, wenn die Parkplätze östlich oder südlich des EOC angeordnet sind. Daher muss ein intensiver Dialog mit den Flächeneigentümern stattfinden", erläuterte Frank Schlegelmilch von BPW.

Weniger aufwendig, aber ebenso wichtig, ist die gestalterische Aufwertung der Laurenzstraße. Dass der Straßenraum grundsätzlich sehr attraktiv sei – insbesondere aufgrund der industriegeschichtlichen Gebäude – vereinfache die Sache dabei erheblich. Mit einfachen Maßnahmen, wie der Entfernung der Mittelstreifen, der Reduzierung einiger Werbeschilder und einer veränderten Radverkehrsführung, könne der noch bestehende Bundesstraßencharakter aufgehoben werden.

Eine Scharnierfunktion kommt dem Bereich des neuen Kreisverkehrs zu. Hier sollten die städtebauliche Eingangssituation zur Altstadt gestärkt sowie Lücken in der vorhandenen Bebauung geschlossen werden. Nordöstlich des Kreisels sehen die Planer im Gegensatz zur übrigen Laurenzstraße dabei auch Spielräume für einen Einzelhandelsschwerpunkt. Um eine hohe bauliche Qualität zu gewährleisten, wird die Auslobung eines Architektenwettbewerbes für diesen Bereich vorgeschlagen.

Um die Leerstandsproblematik zu bekämpfen, muss insbesondere die nördliche Fußgängerzone im Bereich der Weinerstraße gestärkt werden. Dies soll unter anderem durch die Anlage eines zentralen "Marktplatzes" im Umfeld der Lambertikirche geschehen. Dabei geht es weniger um die Anlage eines neuen Platzes, sondern um die Wahrnehmung und Belebung des bestehenden. Eine Aufpflasterung der Bültstraße nördlich der Kirche ließe dabei deutlich eine Platzsituation erkennen. Der Rückbau des Pfarramtes soll mit Hilfe einer versetzten Neubebauung Raum für zusätzliche Gastronomie und Veranstaltungen bieten.

Um die Weinerstraße optisch aufzuwerten, ist weniger der öffentliche Raum entscheidend – hier würde der Austausch einiger Möblierungselemente wie Laternen oder Bänke bereits Wirkung zeigen. Weit wichtiger sei die Wiederherstellung der historischen Fassaden, die insbesondere in den Erdgeschosszonen im Laufe der Zeit stark verändert wurden. Dazu werden die Erarbeitung eines Gestaltungsleitfadens und ein kommunales Fassadenprogramm vorgeschlagen. Damit alle Eigentümer mitziehen, sollten sich diese in einer so genannten Immobilienstandortgemeinschaft zusammenschließen. Derartige Kooperationen haben bereits in vielen anderen Städten Maßnahmen in der Innenstadt gemeinschaftlich durchgeführt.

Der Verkehrsplaner Jens Rümenapp erläutert die geplante Verkehrsführung zum EOC. Diese sieht vor, dass ein Großteil der Kunden über die Ausfahrt Ost der B54 gelenkt werden soll. Der Straßenzug Berg- und Bültstraße soll hingegen möglichst wenig zusätzlich belastet werden. Gleichzeitig soll er verkehrsberuhigt und gestalterisch aufgewertet werden, sodass er einen attraktiven Eingang zur Ochtruper Innenstadt aus Richtung EOC bietet.

„Rund um die Fußgängerzone sind reichlich Parkplätze vorhanden. Die Verkehrsführung zu diesen Stellplätzen ist für Ortsfremde heute aber teilweise schlecht erkennbar. Daher muss der Parkring besser gestaltet werden“, so Rümenapp. Eine Maßnahme ist hier insbesondere die Neuordnung des Parkplatzes am K&K-Verbrauchermarkt, über den der heute kaum wahrnehmbare Parkring verläuft.

Sowohl die Politik als auch die anwesenden Bürgerinnen und Bürger reagierten überwiegend positiv auf die vorgestellten Anregungen. Das Stadtentwicklungsprogramm umfasst dabei viele weitere Maßnahmen. Gelegenheit für alle Bürger/innen, noch einmal Lob, Kritik oder Anregungen zu geben, bietet sich auf der Abschlussveranstaltung am Montag, dem 2. Mai 2011, um 19 Uhr, in der Aula des Schulzentrums. Dort wird es vor allem auch um die Frage gehen, wie es nach Abschluss des Stadtentwicklungskonzeptes weitergeht.


Stadtentwicklungskonzept: Einige Sofortmaßnahmen

Ochtrup, 13.04.2011 Ein Stadtentwicklungskonzept ist nichts, was sich von heute auf morgen umsetzen lässt. Es ist eher auf Jahrzehnte ausgerichtet. Dennoch stellten die Planer im Bauausschuss einige Ideen für Sofortmaßnahmen vor, die sich zum Teil ohne großen finanziellen Aufwand umsetzen lassen. Hier einige Beispiele:

Laurenzstraße:
Entfernung der Mittellinie sowie einiger Werbe- und Verkehrsschilder; Überprüfung des Stellplatzkonzeptes; Verlagerung der Supermärkte; Eigentümertreffen; Architektenwettbewerb für den Bereich des Kreisverkehrs sowie Baumpflanzungen.

Lambertikirchplatz:
Sperrung der Kolpingstraße für Pkw zwischen Weinerstraße und Kniepenkamp; Markt am Samstag; Rückbau der Rasenfläche und der Einfriedungen an der Kirche.

Weinerstraße:
Eigentümer mobilisieren; Barrierefreiheit prüfen; Gestaltung der Schaufenster bei Leerständen.

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Stellten den Planungsstand des Stadtentwicklungskonzeptes vor (v.l.): Jens Rümenapp (Büro Gertz, Gutsche, Rümenapp), Frank Schlegelmilch und Christian Stolte (Büro Baumgart und Partner). Foto: Anne Eckrodt

Stadtentwicklungskonzept: Planer stecken mitten in der Arbeit

Ochtrup, 13.04.2011 Das Wesentliche machte Frank Schlegelmilch gleich zu Beginn klar: „Wir sind noch mitten im Verfahren“, betonte der Stadtplaner vom Büro Baumgart und Partner am Dienstagabend im Bauausschuss. Einziges Thema der öffentlichen Sitzung im Foyer der Stadthalle war das Stadtentwicklungskonzept (STEK). Das verfolgt drei große Aufgaben: die Anbindung des EOC an die Innenstadt, eine funktionstüchtige Verkehrsanbindung und die Behebung der Leerstände.

Schlegelmilch skizzierte aus städtebaulicher Sicht wesentliche Punkte wie den Bereich rund um die Lambertikirche als zentraler Platz, die Idee eines großen Parkplatzes an der Laurenzstraße anstelle der jetzigen Lebensmittelmärkte, die Weinerstraße, die wieder wichtigste Straße der Stadt werden soll, eine teilweise Bebauung des Marktplatzes oder das Rathaus, das sich die Planer gut im Gebäude der Pestalozzischule vorstellen können.

Mit einer Computersimulation haben die Planer den Ausschussmitgliedern und den mehr als 50 Zuhörern die zu erwartenden Verkehrsströme im Hinblick auf die EOC-Erweiterung dargestellt. Das Ergebnis: Der zusätzliche Verkehr lässt sich über die bestehenden Straßenführungen abwickeln. „Wir empfehlen daher, die derzeitige Verkehrsführung beizubehalten“, machte Jens Rümenapp (Büro Gertz, Gutsche, Rümenapp) deutlich. Sein Büro hatte am 1. März eine Verkehrszählung per Videobeobachtung sowie eine siebentägige Dauerzählung über ein Radar durchgeführt. Im Rahmen der Einwohnerfragestunde wollte Franz Ruhwinkel von ihm wissen, ob auch eine Umleitungstrasse durch die Oster-Bauerschaft in die Überlegungen einbezogen worden sei. „Die Idee ist uns bekannt. Sie ist jedoch sehr kostenintensiv und lässt sich nicht in absehbarer Zeit umsetzen“, machte Rümenapp deutlich. Den Hinweis von Dietmar Wülker auf fehlende Querungshilfen am Kreisverkehr nahm der Verkehrsplaner auf: „Den Bedarf sehen wir auch.“

Auch einige Ausschussmitglieder hakten am Dienstagabend nach. Hermann Holtmann (FDP) sah beispielsweise einen Widerspruch zwischen dem Platzcharakter an der Lambertikirche und dem Verkehr auf der Berg-/Bültstraße. „Das sehen wir nicht so. Selbst zu Spitzenzeiten wie samstags kommt man durch die Fußgängerampel gut über die Straße“, sagte Schlegelmilch. Hajo Steffers (CDU) wollte von dem Planer wissen, ob die Öffnung der Bahnhofstraße für den Verkehr passé sei. „Wir halten beides für möglich, sehen hier aber keinen Handlungsbedarf. Konzentrieren Sie sich auf die Weinerstraße, das ist viel wichtiger. Die Bahnhofstraße hat allenfalls ein Luxusproblem“, so der Rat des Stadtplaners. Mit Blick auf die nächsten Jahre und Jahrzehnte fügte er hinzu: „Wenn der Rat das Konzept beschließt, ist das erst der Anfang. Die große Arbeit kommt danach, nicht nur für die Verwaltung, sondern vor allem für die Investoren.“

Anregungen zum STEK nimmt die Stadtverwaltung jederzeit auf. Am 2. Mai (Montag) wird das Konzept in einer öffentlichen Abschlussveranstaltung vorgestellt. Am 10. Mai (Dienstag) ist noch einmal eine Bauausschusssitzung geplant, und am 12. Mai (Donnerstag) soll das STEK vom Rat der Stadt verabschiedet werden.

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von Anne Eckrodt


Mehr Leben für die Weinerstraße: Das ist eine zentrale Aufgabe des Stadtentwicklungskonzeptes, in die sich auch die Stadt selbst stark einbringen will. Fotos: Jürgen Bonsiepen

Stadtentwicklungskonzept: Private Investoren sind gefragt

Ochtrup, 13.04.2011 Eines ist klar: Das Ganze heißt zwar Stadtentwicklungskonzept (STEK), woran Planer, Politiker und Bürger jedoch seit Monaten arbeiten, wird nicht allein ein städtischer Prozess werden. „Für die Umsetzung müssen auch die Immobilienbesitzer ins Portemonnaie greifen“, machte Bürgermeister Kai Hutzenlaub am Dienstag im Gespräch mit unserer Zeitung deutlich. Im Vorfeld der Bau- und Planungsausschusssitzung am Abend stellte er die Ergebnisse der Gespräche mit den Investoren vor. Diejenigen, die Geld in die Hand nehmen müssten.

Ziemlich früh hat sich bereits herauskristallisiert, dass der Platz rund um die Lambertikirche das Herz der Stadt und damit das zentrale Element ist. In den Augen der Planer wäre es ideal, die Häuserfront an der Bültstraße gegenüber der Kirche ein Stück nach hinten zu versetzen, um den Platzcharakter stärker zu betonen. Zudem soll die Straße in dem Bereich gepflastert werden. „Das ist ein Wunschdenken aus planerischer Sicht. Wir sind uns innerhalb der Stadtverwaltung einig, dass sich das nur schwer umsetzen lässt“, machte Hutzenlaub deutlich.Einen erheblichen Umbruch wünschen sich die Planer für die Laurenzstraße zwischen Dränke und Expert Albers. Dort, wo jetzt Lidl, Edeka und Aldi sind, stellen sie sich Parkplätze vor. Ihre Begründung: Wenn sich der Großteil der Stellplätze auf der Seite des EOC in Richtung Ortsausgang befindet, ist die Wahrscheinlich, dass die Besucher nach dem Bummel durch das Outlet-Center noch den Weg in die Innenstadt finden, eher gering. Ideen für Ersatzflächen für die Supermärkte haben die Planer bereits in petto. Statt der ehemaligen Becker-Immobilie an der Laurenzstraße stellen sie sich drei separate Neubauten vor, in denen ein Lebensmittelgeschäft einziehen könnte. Dann sollte ihrer Meinung nach der ehemalige Extra-Markt wieder belebt und ein Teil des Marktplatzes bebaut werden - Platz für die beiden anderen Läden. Eine wesentliche Aufgabe des STEK ist die Wiederbelebung der Weinerstraße. „Das ist auch aus Sicht der Verwaltung ganz wichtig. Das EOC ist der Magnet für Besucher von außerhalb, aber wir müssen eine Innenstadt haben, die sich unabhängig davon entwickeln kann. Und da ist die Weinerstraße der zentrale Bereich“, erklärte der Bürgermeister. Er kündigte an, dass sich die Stadt dort stark einbringen werde. „Es ist jedoch entscheidend, dass die Leute auch wollen. Und da wünschen wir uns an der Weinerstraße ein noch aktiveres Mitgehen der Eigentümer“, so der Verwaltungschef. Ein Beispiel dafür, was aus Sicht der Planer wünschenswert, realistisch betrachtet in den nächsten Jahren aber nicht umsetzbar ist, ist die Wiederherstellung der alten Wallführung im Bereich des „Litfass“. Dafür müsste das Gebäude, in dem sich die Kneipe befindet, ein Stück weichen. „Das aber lassen die Eigentumsverhältnisse nicht zu, daher würde ich diese Idee als absolute Zukunftsmusik bezeichnen“, sagte Hutzenlaub. Einfacher umzusetzen ist da schon die Idee, eine Verbindung vom Südwall bis zum Valverde-del-Camino-Platz zu schaffen, zum Beispiel als Spielzone mit einem Wasserlauf. Für den Bereich vor dem Geschäft CeDe wünschen sich die Stadtplaner weniger Platz- und mehr Durchgangscharakter. Der ließe sich dadurch schaffen, dass der jetzige Parkplatz wieder bebaut wird. Und die Stellplätze des K+K-Marktes sollten in ein Parkleitsystem für die Stadt einbezogen und der Raum dahinter neu geordnet werden.

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von Anne Eckrodt




Thomas Büchler, VWO-Vorsitzender, zeichnet auf dem Plan ein, wo es seiner Meinung nach Handlungsbedarf gibt. Die Gruppe schlägt vor, einen größeren Platz östlich der Lambertikirche entstehen zu lassen. Foto: Martin Schlak

Bürgerwerkstatt: Ein Herz, das keins ist

Ochtrup, 16.01.2010 - Es ist das Herz. Aber es schlägt zu leise. Da sind sie sich einig. 15 Ochtruper beugen sich über den Stadtplan. Thomas Büchler, Vorsitzender der Veranstaltungs- und Werbegemeinschaft, umkreist die schmalen Plätze rund um die Lambertikirche. „Der Ort hat als Zentrum Ochtrups Potenzial, aber hier fehlt ein großer Platz für Veranstaltungen“, sagt Dietmar Wülker. Und gemeinsam entsteht der Vorschlag, das Pfarrhaus zu verlagern und östlich der Kirche Raum zu schaffen. Für ein Herz, das schlägt.

Das Ladenlokal an der Weinerstraße war am Samstagnachmittag fast bis auf den letzten Platz gefüllt: Über 65 Ochtruper jeden Alters waren zur Bürgerwerkstatt gekommen, um in vier Kleingruppen Ideen für die Zukunft ihrer Kommune zu entwickeln. Die Vorschläge sind ein weiterer Baustein des Stadtentwicklungskonzepts, das sich mit dem Bereich der Innenstadt bis zum EOC befasst. Dies bildet später die Grundlage, um Fördermittel für Baumaßnahmen zu beantragen.

Anderthalb Stunden diskutieren die Teilnehmer der Gruppe 2 bei der Bürgerwerkstatt. Ihr Gebiet: die Berg- und Bültstraße sowie das obere Ende der Einkaufszone um die Lambertikirche. Frank Schlegelmilch vom Planungsbüro Baumgart und Partner (Bremen), das die Stadt mit der Ausarbeitung des Entwicklungskonzeptes beauftragte, hat den Teilnehmern zuvor den Ablauf erklärt: erst Schwachpunkte dann Stärken des jeweiligen Bereichs aufdecken und schließlich Maßnahmen überlegen.

In Gruppe 2 braucht die Gruppenarbeit keine drei Sekunden Anlaufzeit. Die Ideen sprudeln nur so. „Die Bültstraße ist für Fahrradfahrer vollkommen ungeeignet“, bemängelt eine Och-truperin. „Ich umkurve diesen Bereich immer“, sagt sie. „An der Bültstraße fehlen Querungshilfen“, schreibt Wülker auf einen Stichpunktzettel.

Am Ende präsentiert er vor der gesamten Bürgerwerkstatt Dutzende Ideen seiner Gruppe. „Die Bültstraße sollte gepflastert werden und Parkbuchten erhalten“, schlägt er vor. Das würde auch Auswärtige reizen, hier anzuhalten. „Bis jetzt fährt man doch als Autofahrer an dieser Stelle vorbei, ohne auf den Gedanken zu kommen, dass sich hier ein Zwischenstopp lohnt.“

Ein größerer, umschlossener Platz östlich der Lambertikirche könne das ändern, glaubt die Gruppe. Dafür müsse aber das Pfarrhaus weichen. Es sind visionäre Ideen, die die Gruppe 2 für ein lebendiges Ochtruper Herz entwickelt hat. Genau solche, wie Schlegelmilch sie sucht. „Denken Sie großzügig“, hat er den Teilnehmern vorher gesagt. Sie haben sich dran gehalten. Wissen aber auch genau: Bis jetzt sind es alles noch Ideen. . .

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von Martin Schlak

Bürgerwerkstatt öffnet Türen

Der Prozess des Stadtentwicklungskonzeptes (STEK) schreitet voran. Auf einer Auftaktveranstaltung am 15. Dezember 2010 wurden der umfangreiche Prozess auf dem Weg zum STEK und die Entwicklungsziele für die Ochtruper Innenstadt von den beauftragten Planern vorgestellt. Einen Vorgeschmack auf mögliche Ergebnisse lieferte der Erfahrungsbericht aus der Stadt Ibbenbüren, die einen ähnlichen Prozess ein Jahr zuvor erfolgreich abschließen konnte.

Bürgermeister Hutzenlaub zeigte sich mit dem Auftakt zufrieden: "Wir hoffen, dass die Resonanz in den folgenden Veranstaltungen ebenso hoch ist. Insgesamt hat sich der Eindruck bestätigt, dass zwar einige Problemlagen in der Innenstadt bestehen, aber ebenso viele Potenziale, auf denen aufgebaut werden kann". Daher ermuntert er, die Chance der Mitwirkung auch in Zukunft wahrzunehmen.

Nun soll als zweiter Schritt der Bürgerbeteiligung eine sogenannte Bürgerwerkstatt stattfinden. Hier haben die Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit, Diskussionen über die Ochtruper Stadtentwicklung anzustoßen, eigene Projektideen einzubringen oder gemeinsam mit den Planern zu entwerfen. Dies wird nicht nur im Diskurs, sondern auch mit Papier und Stift erfolgen.

Dabei sollen in mehreren Arbeitsgruppen aus Bürgern, Planern und Verwaltungsmitarbeitern Probleme der Innenstadt gemeinsam identifiziert und Lösungen entwickelt werden. Der Schwerpunkt der Arbeit soll sich mit der Frage beschäftigen, wie EOC und historische Innenstadt besser miteinander verknüpft werden können, wie Leerstände in der Fußgängerzone beseitigt werden können und wie der öffentliche Raum aufgewertet werden kann. Dabei gilt es natürlich auch, Aspekte des Verkehrs zu berücksichtigen.

"Hauptbaustellen" und somit im räumlichen Fokus der Werkstatt sind die Bereiche Laurenzstraße, Weinerstraße, Berg-/Bültstraße, das Umfeld der Lambertikirche, der Valverde del Camino Platz, der Marktplatz und einige mehr. Hier bestehen zahlreiche städtebauliche und funktionale Mängel, die es zu beheben gilt. "Da die Ochtruper Bürgerinnen und Bürger ihre Stadt am besten kennen, sollen sie auch intensiv daran beteiligt werden", sagt Bürgermeister Hutzenlaub und hofft auf eine rege Beteiligung. "Alle sind herzlich eingeladen, die Zukunft Ochtrups mitzugestalten".

Die Veranstaltung findet statt am 15. Januar um 14 Uhr. Um der Werkstatt den passenden Rahmen zu verleihen, wird sie in der derzeit leer stehenden Immobilie Rosing, Weinerstraße 13, durchgeführt. Zumindest temporär kann das Stadtentwicklungskonzept dadurch schon einen Beitrag zur Behebung der Leerstandsproblematik leisten, soll diese "Bürgerwerkstatt" doch in Zukunft regelmäßig ihre Türen für die Bürgerinnen und Bürger im Rahmen von Veranstaltungen öffnen.

Die Bürger sind gefragt - Stadtentwicklungskonzept für Ochtrup

Auf Beschluss des Rates der Stadt Ochtrup ist das Stadtplanungsbüro BPW baumgart + partner aus Bremen zusammen mit dem Verkehrsplanungsbüro GGR Gertz, Gutsche, Rümenapp aus Hamburg mit Erstellung eines integrierten Handlungskonzeptes für Ochtrup beauftragt worden.

Das Konzept soll Ziele und Maßnahmen zur nachhaltigen Sicherung, Stärkung und Entwicklung städtebaulicher Strukturen definieren. Darüber hinaus bildet es die Grundlage für die Förderung von Maßnahmen der Stadtentwicklung und Stadterneuerung. Es sollen Antworten geliefert werden, wie Ochtrups Innenstadt in Zeiten des Strukturwandels bestehen kann. Neue Herausforderungen wie z. B. dem demografischen Wandel, der wirtschaftlichen Struktur auch im Bereich Einzelhandel, dem regionalen Konkurrenzdruck muss begegnet werden.

Am Ende dieses Prozesses steht ein Maßnahmenplan mit ausgewählten Projekten für einen Zeitraum von ca. fünf Jahren sowie eine Umsetzungs- und Finanzierungsplanung.

Die Auftaktveranstaltung am 15.12.2010 in der Stadthalle mit über 70 Teilnehmern war der Beginn der Öffentlichkeitsbeteiligung. Weitere Möglichkeiten für die Ochtruper Bürger, sich in den Prozess einzubringen bzw. den Prozess zu verfolgen, bestehen an folgenden Tagen:
15.01.2011, 14.00 – 17.00 Uhr Bürgerwerkstatt in der Weinerstr. 13 (Leerstand Rosing)
10.03.2011, 18.30 Uhr   Sondersitzung des Rates im Café Laurenz
12.04.2011, 18.00 Uhr  Sondersitzung des Ausschusses für Planen und Bauen im Rathaus
02.05.2011, 19.00 Uhr  Abschlussveranstaltung im Foyer der Stadthalle
12.05.2011, 18.30 Uhr  Sondersitzung des Rates im Café Laurenz

Interessierte können sich nachfolgend einen Übersichtsplan des Untersuchungsgebietes, einen Verfahrensablauf sowie den Entwurf der angestrebten Entwicklungsziele als pdf-Datei downloaden auf der Internetseite www.ochtrup.de

Alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt Ochtrup sind herzlich eingeladen, an diesem wichtigen und spannenden Entwicklungsprozess aktiv teilzunehmen und die Zukunft unserer Stadt auf diese Weise mitzugestalten. Die Wünsche und Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger an unsere Stadt sind uns wichtig. Ihre Vorschläge können Sie auch gern unter der Ruf-Nr. 73-146 (Frau Werremeier) äußern oder schicken Sie einfach eine E-Mail an bauamt@noSpam.ochtrup.de. Die Ideen werden an das beauftragte Büro weitergegeben und fließen in das Konzept ein.

Mittendrin statt nur dabei

Ochtrup, 10.12.2010 - Die Stadt Ochtrup erarbeitet ein Stadtentwicklungskonzept - und lässt die Ochtruper an diesem Projekt teilhaben. „Die Bürger sollen diesen Prozess aktiv mitgestalten, schließlich geht es um die Zukunft unserer Stadt“, erläutert Bürgermeister Kai Hutzenlaub. Deswegen findet am Mittwoch, 15. Dezember um 19 Uhr im Foyer der Stadthalle eine Informationsveranstaltung statt, zu der interessierte Bürger eingeladen sind.

Das Stadtentwicklungskonzept soll als langfristige Leitlinie für die städtische Entwicklung Antworten liefern, wie Ochtrups Innenstadt in Zeiten des Strukturwandels bestehen kann.

„Stadtentwicklung steht heute und in den nächsten Jahren vor neuen Herausforderungen: Die Bewohner der Stadt werden immer älter, die wirtschaftliche Struktur ändert sich nicht zuletzt im Bereich Einzelhandel, der regionale Konkurrenzdruck nimmt zu, die Wünsche und Erwartungen der Bürger an ihre Stadt verändern sich“, schreibt die Stadt in einer Pressemitteilung. Bei ihrer Informationsveranstaltung in der Stadthalle stellen die beauftragten Stadtplaner das Verfahren zur Entwicklung des Konzeptes vor. Dieses wird voraussichtlich im Mai des kommenden Jahres abgeschlossen sein. Abgerundet wird die Veranstaltung durch einen Erfahrungsbericht über das Stadtentwicklungskonzept Ibbenbüren.

Im Rahmen des Stadtentwicklungskonzepts sollen insbesondere Möglichkeiten einer funktionalen und städtebaulichen Verbindung des EOC und der Fußgängerzone aufgezeigt werden, erläutert die Stadt in ihrer Pressemitteilung weiter. „Auch Vorschläge für eine effiziente Verkehrsanbindung sind Bestandteil des Konzepts. Die Bewahrung und Stärkung der Ochtruper Innenstadt als attraktiver Einkaufsstandort stellt dabei das Leitbild dar. Daher stehen auch Themenfelder wie Kultur, Baukultur, Soziales und Nachhaltigkeit im Fokus der Planer.“

Als nächster Schritt innerhalb der Öffentlichkeitsbeteiligung schließt sich der Infoveranstaltung eine Bürgerwerkstatt an. Diese ist für Januar vorgesehen. Die Bürger erhalten dort die Gelegenheit, ihre Ideen und Ziele für die Zukunft der Ochtruper Innenstadt zu formulieren und Stärken und Schwächen aus ihrer Sicht zu benennen.

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Setzen auf die Beteiligung der Bürger bei der Entwicklung eines Integrierten Handlungskonzepts (v.l.): Thomas Büchler (Stadtmarketing), Bürgermeister Kai Hutzenlaub, Frank Schlegelmilch (Planungsbüro BPW Baumgart und Partner) und Wirtschaftsförderer Robert Tausewald. Foto: Anne Eckrodt

Bürgerwerkstatt bietet Raum für Ideen

Ochtrup, 04.12.2010 - Nicht im Rathaus, sondern mitten in der Fußgängerzone werden sie entstehen. Die Ideen und Vorstellungen, wie sich Ochtrup in den nächsten 20 Jahren entwickeln soll. Dafür gibt es inzwischen bundesweit einen feststehenden Begriff: Integriertes Handlungskonzept.

„Das ist so etwas wie ein Masterplan und Voraussetzung, um Fördermittel zu bekommen“, erklärt Frank Schlegelmilch. Der Geschäftsführer des Stadtplanungsbüros BPW Baumgart und Partner (Bremen) lässt dabei den Blick durch das geräumige Ladenlokal an der Weinerstraße 11 streifen. „Das ist klasse, hier sind wir direkt mitten im Geschehen“, sagt er. Das, was ihn so begeistert, ist die neue Bürgerwerkstatt, die die Stadt gemietet hat. Als Anlaufstelle für alle, die sich in den Entwicklungsprozess des Integrierten Handlungskonzeptes einbringen wollen. Ob Workshops, Expertengespräche, Einzelveranstaltungen oder offene Ideenfindungsrunden - für all das bietet die Bürgerwerkstatt Raum. „Wir haben bewusst etwas mit großer Fensterfläche ausgesucht, das schafft Transparenz“, erklärt der Erste Beigeordnete Kai Uffelmann.

„Für die Konzeptentwicklung wollen wir ganz gezielt auch die Gruppen aus dem Stadtmarketingforum ansprechen. Denn wir verstehen das Ganze als großen Prozess, in dem alles zusammengeführt wird. Und da starten wir nicht bei Null, im Gegenteil, viele Ideen sind bereits da“, betont Wirtschaftsförderer Robert Tausewald. Und Thomas Büchler vom Stadtmarketing fügt hinzu: „Die Bürgerwerkstatt ist ein Kommunikationszentrum, in dem Gruppen tagen und Vorschläge präsentiert können. Wir hoffen, dass wir damit auch diejenigen in dieser Stadt ansprechen, die vorher keine Berührungspunkte mit solchen Prozessen hatten.“

Das Hauptaugenmerk des Integrierten Handlungskonzeptes gilt der Innenstadt und der Anbindung des Euregio-Outlet-Centers (EOC). Darüber hinaus haben die Stadtplaner die Verkehrsanbindung insgesamt im Blick.

Der Zeitrahmen zur Entwicklung des Konzeptes ist eng gesteckt. „Im Frühjahr 2012 ist die EOC-Erweiterung abgeschlossen. Es ist wichtig, dass man dann eine Anbindung sieht“, sagt Bürgermeister Kai Hutzenlaub. Daher haben sich Stadt und Planungsbüro vorgenommen, das Integrierte Handlungskonzept im Mai 2011 zu präsentieren. Zum Auftakt des Prozesses ist am 15. Dezember (Mittwoch) eine öffentliche Veranstaltung im Foyer der Stadthalle geplant (siehe Artikel „Die Bürger sind gefragt“).

Eines ist für den Ochtruper Verwaltungschef bereits jetzt klar: „Wir versuchen, die Stadt weiter zu bringen, aber auch Fördermittel zu bekommen. Das funktioniert jedoch nur, wenn sich alle mit einbringen - sowohl mit dem Kopf als auch mit dem Portemonnaie.“

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von Anne Eckrodt



Ein erster Eindruck der EOC-Arkaden: Vom Ost-Eingang ergibt sich für Besucher dieser Blick auf die Gastronomiegebäude. Rechts und links befinden sich Ladenlokale. Grafik: Büro Schmiegel und Denne

Das Münsterland lässt grüßen:
So soll die EOC-Erweiterung aussehen


Ochtrup, 04.09.2010 - Erst Altes abreißen, dann Neues aufbauen. Das ist zurzeit das Motto auf dem Gelände für die EOC-Erweiterung. Das frühere Verwaltungsgebäude der Firma Laurenz hat der Bagger bereits vor ein paar Wochen dem Erdboden gleich gemacht, inzwischen ist auch der Beltmannbau weitgehend entkernt. „Wir liegen mit dem Abriss im Zeitplan“, berichtet Thomas Dankbar, Geschäftsführer der Hütten Holding, die das EOC betreibt.

Spätestens im November muss der Abrissbagger noch mal ran. Dann soll das bisherige Restaurant Mediteran weichen. Das Gelände hat die Hütten Holding ebenfalls gekauft (das Tageblatt berichtete). „Die Betreiber des Lokals haben bis zum 31. Oktober Wohnrecht dort. Sollte das Gebäude vorher frei werden, fangen wir mit dem Abriss auch eher an“, sagt Dankbar.

An der Stelle plant er wieder Gastronomie. Gedacht ist ein italienisches Restaurant. „Ich weiß auch, dass es in anderen Outlets McDonald´s und andere Fastfood-Läden gibt. Aber so etwas wollen wir hier nicht“, betont der Investor. Das gilt auch für einen weiteren Gastronomie-Standort ein paar Meter. „Dort schwebt uns ein Frischekonzept vor, das heißt, die Speisen werden vor den Augen der Gäste zubereitet. Welche Art der Küche das letztlich sein könnte, ist noch offen“, so Dankbar. Beide Gebäude sind über einen Windfang und Sanitäranlagen miteinander verbunden.

Wenn das Center nach Geschäftsschluss abgetrennt wird, kann der Betrieb in den beiden Restaurants ungehindert weiter laufen. Die Lokale verfügen jeweils über gut 500 Quadratmeter inklusive Küche und Nebenräumen. „Für die Einrichtung sind die Pächter zuständig“, erklärt Dankbar. Ihm ist wichtig, dass sich die neuen Gastronomiebetriebe auf dem EOC-Gelände vom bestehenden Café Laurenz unterscheiden. „Wir möchten auf diese Weise unterschiedliche Gäste anziehen“, sagt er.

Im Gespräch mit unserer Zeitung stellt der Geschäftsführer der Hütten Holding erstmals Pläne für die Außengestaltung der künftigen Ladenlokale vor. „Wir haben darin die für das Münsterland typische historische Bauweise aufgegriffen - ein bisschen wie am Prinzipalmarkt in Münster“, so Dankbar. Ihm sei wichtig gewesen, dem Center eine gewisse Gemütlichkeit zu verleihen. Deshalb habe er sich gegen eine „supermoderne Architektur entschieden, die in ein paar Jahren wieder unmodern ist“.

Sämtliche Geschäfte befinden sich im Erdgeschoss. Die Giebel sind mehr oder weniger Attrappe. „Dahinter befindet sich lediglich Technik“, erklärt Dankbar.

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von Anne Eckrodt

Mehr Informationen unter ...

www.eoc-ochtrup.de Baumaßnahmen

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Kreis erteilt die Baugenehmigung für die EOC-Erweiterung

Ochtrup, 30.04.2010 - Sie ist da: Der Kreis Steinfurt hat am Freitag die Baugenehmigung für die Erweiterung des Euregio-Outlet-Centers (EOC) erteilt. Die Investoren Paul und Thomas Dankbar von der Hütten Holding sowie Bürgermeister Kai Hutzenlaub und der Erste Beigeordnete Kai Uffelmann waren ebenso dabei, als Landrat Thomas Kubendorff die Genehmigung unterzeichnete, wie Werner Hoge und Ulrich Lueke vom Kreisbauamt.

Kubendorff hatte sichtlich Freude an dieser Amtshandlung. „Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass die Erweiterung dem Einzelhandel in den Nachbarorten nicht schaden wird. Im Gegenteil, sie wird viele positive Einflüsse auf die Region haben, gerade auch im Tourismus“, betonte er. Der Landrat sparte am Freitag nicht mit Lob für alle, die seit Jahren für die Erweiterung gekämpft haben. „Ich freue mich ganz besonders, dass der Investor jetzt für sein Durchhaltevermögen belohnt wird“, so Kubendorff.

Thomas Dankbar nahm den Ball auf und spann den Faden weiter. „Das ist unser gemeinsames Projekt. Diese Einheit hat letztlich zum Erfolg geführt, und sie unterscheidet uns von der Situation in Gronau“, betonte er. An die Adresse des Landrats gewandt, fügte der Geschäftsführer der Hütten Holding hinzu: „Sie haben damals Ihre politische Karriere aufs Spiel gesetzt. Der Bauvorbescheid war ein echter Husarenritt.“ Erinnerungen wie diese machten am Freitag in der Münsterland-Stube im ersten Stock des Kreishauses immer wieder die Runde. Seit 2006 - so lange schwelte das Verfahren um die Erweiterung - haben die Beteiligten viel erlebt. Davon zeugen unter anderem jede Menge prall gefüllte Aktenordner.

Apropos Beteiligte: Hutzenlaub hätte im Kreishaus gerne seinen Amtsvorgänger Franz-Josef Melis dabei gehabt. „Ich habe ihn eingeladen, mit hierher zu kommen. Er hatte auch zugesagt, meinte dann aber doch, dies sei Sache des amtierenden Bürgermeisters“, erklärte der Verwaltungschef.

Er sieht in der Erweiterung eine Initialzündung für die Stadt: „Das ist eine wichtige Sache, um Ochtrup voranzubringen. Der Startschuss für die weitere Entwicklung.“ Eine Auffassung, die der Erste Beigeordnete teilt. „Der Kreisverkehr an der Kreuzung Laurenzstraße/Dränke, für den die Arbeiten gerade begonnen haben, ist ein Signal für die Weiterentwicklung“, zeigte sich Uffelmann überzeugt.

Die Baugenehmigung wird den neun Kommunen, die in den bisherigen Verfahren Beschwerde gegen die Erweiterung eingelegt haben, direkt zugestellt. Sie haben dann einen Monat Zeit, Klage dagegen zu erheben. Die hat jedoch keine aufschiebende Wirkung für das Vorhaben. Das wäre lediglich dann der Fall, wenn ein Eilantrag gestellt und das Verwaltungsgericht diesem statt geben würde. Die Chancen dafür stehen nach Meinung der Experten jedoch schlecht, denn das Oberverwaltungsgericht hat in seinem Urteil im vergangenen Jahr mögliche Klagen bereits abgewogen. „Wir wissen zwar um die Möglichkeit, aber wir sind für einen solchen Fall gut gerüstet“, so Hutzenlaub.

Die Hütten Holding will die Monatsfrist noch abwarten, startet aber zwischenzeitlich mit den Ausschreibungen. „Im Herbst 2011 wollen wir eröffnen“, erklärte Thomas Dankbar.

Tageblatt für den Kreis Steinfurt
von Anne Eckrodt