Ochtruper Knabbelkümpkes

Knabbelkümpkes, heiße Milch und Muckefuk ...
Zu alten Zeiten kannte jeder noch „Knabbeln“. Vor allen Dingen wurden sie als „das erste Frühstück“ verzehrt, bevor man auf den Höfen das Vieh versorgte. Mit etwas „Warmes“ im Bauch ging die Arbeit einfach leichter.

Knabbeln
Knabbeln – das ist weißes Brot, das in große Stücke gebrochen wird, und dann in einem heißen Backofen leicht braun geröstet wird. Zum Verzehr werden diese „Knabbeln“ in kleine Stücke gebrochen in ein „Knabbelkümpken“ gegeben, mit heißer Milch oder „Muckefuk“ (Ersatzkaffee) übergossen  und  mit eingestreutem Zucker gegessen. Kinder mochten diese süßen Knabbeln früher sehr gerne.

Knabbelkümpkes
Knabbelkümpkes – diese kleinen Schüsseln gab es für jeden im Haus. Sie sahen aus wie große Kaffeetassen ohne Griffe. Allerdings hatten sie vielfach am oberen Rand kleine Öhrchen, daran wurden sie nach dem Essen gespült an den Kannenstock gehängt, bis zum nächsten Gebrauch.  Praktisch waren die Kümpkes schon deshalb,weil sich der Rest Milch oder Muckefuk leicht austrinken ließ. Bekommen kann man diese Ochtruper-Tonkümpkes noch heute in Eilings-Pottbäckerei.

Muckefuk
Muckefuk wurde aus getrocknetem Korn, meistens Roggen, oder auch aus geriebenen, gerösteten Zichorienwurzeln hergestellt. Ein Eisentopf mit einer Drehvorrichtung im Deckel wurde auf das Feuer im Herd gestellt. Das geröstete Gut wurde mit einer Hand-Kaffeemühle gemahlen. Dieser „Ersatz-Kaffee“ wurde aufgebrüht wie normaler Kaffee und ähnelte dem Geschmack von echtem Kaffee. In den früheren Notzeiten war er ein prima Ersatz. Viele Ältere kennen sicher heute noch den „Lindes-“ und „Kathreiner-Kaffee“.

Knabbelkümpkes-Gedicht
von Egon Bode

Knabbel, Kümpkes, heiße Milch ...
Unser Bauer frühstückt gern, heiße Milch mit Knabbeln -
seine Kinder essen mit und machen viel Gebrabbel !
Knabbeln, Zucker, heiße Milch, mag gern' so mancher Knilch.  
Kommt herbei und nascht mit uns: – Süße Knabbeln warme Milch! 


Un noh een – up Platt


Knabbeln to't Fröstük üm 1850 rüm, un later ...
Witte Knabbeln, Miälk met Sucker, heet ut't Kümpken, warm to't Iätten.
Mourns nao't upstoahn!  Erste Fröstük gaw't alltied,  nao't  erste Biäden.
Mama, Papa, Oma, Opa,  lütte Kinner, Muhme, Öhm, Magd, Knecht nich minner,
wassen friscke Knabbeln recht. Un de Buuk, de göng't nich slecht.
Jedereen, off riek off arm,  mök sik an de Knabbeln warm!

Stutenknabbeln - frischk van Hüskes*, smöken fröher all ümmer lekker!
Denk maol trügge - was't nich so? - Jeder had sien besten Bäcker!

*Bäckerei Volkery in der Bahnhofstraße in Ochtrup

 

Knabbelkümpkes, heete Miälk un Muckefuk ...
upschreewen van Egon Bode

To aolle Tieden kennde jedereen noch „Knabbeln“. Up de Buerenhüöwe was dat meerst dat „erste“ Fröehstück, bevüör et an 't Wiärken göng. Met wat Warms in'n Buek, göng de Aarbeit foats biätter.   
 
Knabbeln – wat is dat dann?
Dat is witten Stuten, de tonaichst in graute Stücke bruoken wedd un dann in'n Backoum liggt bruun drüügt wedd.  Wenn se dann giätten wäden süellt, wäd se in kleine Kümpkes bruoken, met heete Miälk, Muckefuk oww Koffee üöwwerguotten. Met lükk Sucker smakt de Knabbeln viell biätter. Daorfüör hadde man für jeden enkelen in de Familge een Knabbelkümken.

Knabbelkümpken
Dat sin so lütte Schüeddelkes ut Ochtruper-Ton,net  so es graute Kaffepötte, aober oahne Henkels. Faken hadden de so bouwen an den Rand so lütte Öarkes, daormet konn man se Kümpkes an den Kannenstokk uphangen. Ganß praktisch sin se auk, wildat man de Rest Miälk oww Mukkefuk foats utdrinken konn.  Düsse kleinen Kümpkes kann man vandage noh kriegen bi Eilings Pottbäckerie.

Muckefuk
Muckefuk wüör makt ut drüügt Koarn of ut Suckereienwuordeln (Zuchinien-) in Iesenpötte met 'ne Dreihvüörrichtung up de „Kuok-Maschin“ bruun röst. Dat düördreihde Pulver-Koarn wüör met heet Water üöwerguotten.De Smaak van den Drank liekte dänne van Baunenkoffie. Vüör allen Dingen in Naudtieten is he an sine Stiär drunken wuodden. Vandage kann man denn „Naut-Koffie“ noh kaupen, he nöömt sik „Lindes-“ oww „Kathrainer-Kaffee“.
 

Texte Egon Bode
Verein der Leineweber und Kiepenkerle in Ochtrup