„Das ist eine Wissenschaft für sich”
Ochtrup, 24.05.2010 - „Glück zu”, begrüßt Windmüller Hermann Nobbenhuis am Pfingstmontag die Besucher der Bergwindmühle und verteilt lachend süße, weiße Mühlenmäuse. Der Chef der Ochtruper Bergwindmühle ist am Deutschen Mühlentag zufrieden mit dem Wind und dessen Stärke. „Optimales Windmühlenwetter”, bemerkt er und schaut zu den Windmühlenflügeln hinauf, die sich geruhsam drehen. Nobbenhuis schildert die Zusammenhänge von Drehgeschwindigkeit und Besegelung und erläutert die recht kompliziert anmutenden technischen Zusammenhänge der Funktion einer Windmühle.
Es ist schon faszinierend, dieses Verhältnis zwischen den Windmühlenflügeln und dem Wind. Einerseits werden die Flügel vom Wind getrieben, andererseits haben sie gegen ihn zu kämpfen. „Das ist eine Wissenschaft für sich”, meint eine Besucherin.
Auch über das Innenleben der Mühle wissen Nobbenhuis und seine Jungmüller viel Interessantes zu berichten. Der kleine Mika staunt zum Beispiel, wie das Korn zu Mehl gemahlen wird und in einem großen Mehlsack landet. Zum Abschluss stubst Norbert Paßlick vom Förderverein Bergwindmühle dem Kleinen und seinem Papa einen weißen Mehltupfer auf die Nase. Danach bekommt Mika am Stand des Fördervereins noch einen Luftballon. Mika und die vielen anderen Kinder testen natürlich auch das Windmühlen-Glücksrad, an dem es viele schöne Preise zu gewinnen gibt.
Das bunte Treiben mit den vielen Aktionen rund um die Bergwindmühle erfreut Klein und Groß. Einige Seiler führen vor, wie Springseile per Hand angefertigt werden. An einem anderen Stand werden selbstgebackenes Brot und frisch gemahlenes Mehl aus der Bergwindmühle angeboten. Und im Erdgeschoss der Bergwindmühle brüten einige Kinder und ihre Eltern über dem Mühlenquiz.
Draußen schlendern die Leute vorbei an den Ständen mit Imkerhonig, Blumen, Patchworkarbeiten, Puppen, Holzspielzeug, das in den Caritas-Werkstätten angefertigt wurde, und anderen Dingen, die den Besuch des Mühlentages in Ochtrup zu einem lebendigen Pfingstausflug machen.
Im wahrsten Sinne des Wortes ein Magnet ist für viele Frauen der Stand mit dem Magnetschmuck. Modeschmuck mit Magnetanteilen, der obendrein für verbesserte Durchblutung sorgen und sogar Schmerz lindern soll? „Ich trage so ein Magnet-Armband, und bei mir hat das gewirkt“, sagt eine Frau, während sich der dazugehörige Ehemann lieber der Oldtimer-Traktorenschau zuwendet.
Am Nachmittag lockt der selbst gebackene Kuchen, den sich die Schaulustigen in der Cafeteria unter freiem Himmel schmecken lassen.
Auch von auswärts haben sich zahlreiche Leute auf den Weg zum historischen Schmuckstück auf dem Ochtruper Berg gemacht. „Wir haben viele Stammbesucher, die jedes Jahr zum Deutschen Mühlentag hierher kommen“, freut sich Nobbenhuis. „Der Ochtruper Berg ist nun mal ein markanter Punkt. Kachelmann wollte hier sogar schon mal eine Wetterstation installieren”, schiebt er lachend hinterher, verteilt süße, weiße Mühlenmäuse und ruft den Leuten ein freundliches „Glück zu” entgegen.
Tageblatt für den Kreis Steinfurt
von Irmgard Tappe
Mehr Informationen unter
http://wallhollaender.nobbenhuis.de