25 Jahre Töpfermuseum Ochtrup

25 Jahre Töpfereimuseum Ochtrup mit großen Jubiläumsprogramm
Am Sonntag, den 30. Oktober geht es auch bunt zu am Ochtruper Töpfereimuseum. Ab 11 Uhr beginnen die Jubiläumsfeierlichkeiten zum 25 jährigen Bestehen des Museums im ehemaligen Wohnhauses der Töpferfamilie Eiling. Das im Herzen von Ochtrup idyllisch gelegene Haus aus dem Jahre 1678 feiert diesen Tag mit einem tollen Jubiläumsprogramm.

Töpfermarkt in der Töpferstraße und Sonderausstellung im Museum
Ein Töpfermarkt entlang der Töpferstraße mit dreizehn Töpfer- und Keramikerständen zeigt an den Verkaufsständen die vielfältigen Produkte und Erzeugnisse der Töpferkunst. Das Museum zeigt die aktuelle Sonderausstellung „Rückblicke“ – Margret Sandmann und die Geschichte der Töpferei in Ochtrup. Für das leibliche Wohl sorgen die Ochtruper Landfrauen mit einer Kaffee- und Kuchentafel. Das musikalische Programm wird vom Männerchor ’91 e.V., der Stadtkapelle Ochtrup und der „Combo Complett“ ausgefüllt.

Töpferworkshop, Familienprogramm und Oldtimer-Häcksler-Club
Kleine Gäste können sich freuen auf Luftballon-Wettbewerb, Hüpfburg, Clown und einen Töpferworkshop. Der Oldtimer-Häcksler-Club präsentiert seine ungewöhnlichen Landmaschinen und fasziniert große und kleine Jungen mit Landtechnik. Limitierte Jubiläumsausgaben von „Ochtruper Nachtigallen“, Tassen, „Ochtrup-Memories und Puzzles“ sowie Postkarten können als Erinnerung an 25 Jahre Töpfereimuseum Ochtrup gekauft werden.

Ochtruper Töpfereimuseum

Die  Geschichte der Töpferei in Ochtrup

Ochtrup ist als Töpferort weit über die Grenzen des Münsterlandes hinaus bekannt und eine Stadt mit langer Geschichte. Von alters her war die heimische Bevölkerung landwirtschaftlich orientiert. Daneben betrieb man das Töpferhandwerk und die Weberei. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts fand ein harter, blutiger Kampf zwischen Bentheimer und Gildehauser Bauern und Ochtruper Bürgern statt. Man stritt sich um die Brechte, ein bis dahin kaum beachtetes Ödland, das reiche Tonvorkommen zeigt. In dieser Zeit hat wahrscheinlich die Entwicklung der Ochtruper Töpferei begonnen. Blütezeiten des Töpferhandwerks waren das 18. und die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts. Um 1800 bestanden in Ochtrup nachweislich 23 Töpfereien.

Pöttkerspättken und Kiepenkerle

Zum Geschäft der Töpfer gehörte nicht nur die Herstellung, sondern auch der Vertrieb ihrer Produkte. Schon im 17. Jahrhundert wurden Ochtruper Irdenwaren im weiten Umkreis von Ochtrup verkauft. Bereits 1668 exportierten die Ochtruper Töpfer ihre Schüsseln, Töpfe, Krüge, Knabbelkümpkes und Nachtigallen in die benachbarten Niederlande. In der Folgezeit wurden das Münsterland, das Emsland, Holland und der (hannoversche) heutige niedersächsische Grenzbereich zu Hauptabsatzgebieten. Die sogenannten „Kiepenkerle“ oder „Pottkerle“ waren landeinwärts bekannt. Auf ausgetretenen Pfaden, den „Pöttkerspättken“ wanderten sie mit ihren Kiepen von Dorf zu Dorf und von Hof zu Hof.
Die letzte noch produzierende Töpferei in Ochtrup, in der noch heute das traditionelle Dekor der Ochtruper Irdenware hergestellt wird, betreibt die Töpferin Lisa Eiling in ihrem Atelier am Ochtruper Bahnhof.
Besonders beliebt und weltbekannt ist die „Ochtruper Nachtigall“, eine Gefäßflöte, die mit Wasser gefüllt, dem Gesang einer Nachtigall verblüffend gleicht. Pfeiffiguren und Gefäßflöten wurden von den Töpfern auf der ganzen Welt als Kinderspielzeug hergestellt.

Früher Wohnhaus, heute Museum

Seit langem bestanden Planungen der Stadt Ochtrup für die Errichtung eines Töpfereimuseums. Nach längeren Verhandlungen und Überlegungen kaufte die Stadt Ochtrup 1989 das aus dem Jahre 1678 stammende Wohnhaus der Töpferfamilie Eiling – ein Ackerbürgerhaus in Dreiständerbauweise – um dieses als Museumsgebäude zu nutzen.
Aus dem Besitz der Töpferfamilie war Mobiliar aus der Zeit der Jahrhundertwende vorhanden. Die heute im Tennebereich des Hauses ausgestellten Keramikexponate stammen aus der Sammlung der Stadt Ochtrup.
Der Wohnbereich des Töpferwohnhauses ist im Stil der Jahrhundertwende eingereichtet und zeigt die damalige Wohnsituation der Töpferfamilie. Durch die Untersuchung von Wand- und Holzanstrichen konnte festgestellt werden, welche Wandlungen die Räume in ungefähr 150 Jahren erfahren haben. Ein präparierter Wandausschnitt ist Dokument für zahlreiche Farbgebungen, mit denen die Wände versehen wurden.
Das Museum ist aufgeteilt in mehrere Ausstellungseinheiten. In erster Linie soll ein Eindruck von der in Ochtrup hergestellten Irdenware vermittelt werden. Im ehemaligen Tennebereich des Ackerbürgerhauses sind Keramikobjekte aus verschiedenen Zeitepochen zu sehen. Die ältesten Objekte stammen aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Es handelt sich dabei um restaurierte Schwarzirdenware, die bei dem Bau der Stadtsparkasse in Ochtrup in einem alten Brunnen gefunden wurde. Schwarzirdenware wurde im Feldbrand hergestellt, bevor es gemauerte Öfen gab.

Von Tellern, Töpfen und Schüsseln

Ein malhornbemalter Teller und eine Schüssel aus einem Bodenfund in Zwolle – datiert auf das Jahr 1700 – sind Zeugnis für den frühen Handel der Ochtruper Töpfer mit den benachbarten Niederlanden. Zierschüsseln, Pfannkuchenteller, Küchengeschirr und Blumentöpfe aus zwei Jahrhunderten lassen die breite Palette Ochtruper Irdenwarenproduktion erkennen. Typisch für diese Artikel ist die Malhornbemalung, die seit der Renaissance in Mitteleuropa verbreitet ist.
Blauweiße Keramik ist eine Besonderheit der Ochtruper Töpferei und wird seit Beginn des 20. Jahrhunderts hergestellt. Diese Objekte sind zum Teil kunstvoll bemalt und geben ein Bild vom Talent mancher in Ochtrup tätigen Keramiker. Grapen und Töpfe aus dem 18. Jahrhundert zeigen in ihrer einfachen Ausführung die Küchenausstattung dieser Zeit (Bodenfund).
Im 19. Jahrhundert erlebte die Töpferei einen gravierenden Rückgang. Durch das Aufkommen von Email- und Aluminiumgeschirr wurden irdene Gefäße aus dem Handel verdrängt. Eine Ausstellungseinheit des Museums macht diesen Rückgang am Beispiel einer Küchenszene aus dieser Zeit deutlich.Zwar versuchte man das Töpfereigewerbe zu beleben und entsandte von Seiten des Rates einige Töpfergesellen auf Keramikfachschulen. Sie sollten neue Formen, Dekors und Glasuren den ehemaligen Pöttkern nahebringen. Eine Vitrine, die Vasen aus einem Zeitraum von etwa 90 Jahren enthält, zeigt die mannigfachen Erneuerungsversuche Ochtruper Töpfer.


Töpfereimuseum Ochtrup
Töpferstraße 10 · 48607 Ochtrup
Telefon 0 25 53 . 80 854

Öffnungszeiten
Montag geschlossen.
Dienstag bis Freitag 9 - 12 Uhr  · 15 - 17 Uhr
Sonntag 15 - 17 Uhr
Samstag von Mai bis Oktober 15 - 17 Uhr

Führungen nach Vereinbarung.
Eintrittspreis Erwachsene 1,00 EUR.

Informationen und Auskunft
Tourist Info Ochtrup
Veranstaltungs- und Werbegemeinschaft Ochtrup e.V.
Töpferstraße 2 · 48607 Ochtrup
Telefon +49 (0) 25 53 . 98 180
Telefax +49 (0) 25 53 . 98 181
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