Bodenlernstandort Weiner Plaggen-Esch

Zaungäste in der Weiner Bauernschaft: Michael Heuer (Umweltamt des Kreises Steinfurt), Plaggenstiäker Egon Bode, Bodenwissenschaftler Frank Witte und Bürgermeister Kai Hutzenlaub (v.r.) stiegen die paar Stufen zum „Boden des Geschehens“ herunter. Foto: Irmgard Tappe

Dieses Erdreich hat’s in sich

Erster Bodenlernstandort in Ochtrup - Weiner Plaggen-Esch

Ochtrup, 09.07.2013 Was erzählt ein Boden über unsere Vorfahren? Der erste Bodenlernstandort in Ochtrup in der Weiner zeigt, dass im Laufe von rund acht Jahrhunderten aus unfruchtbarem, nassen Sand ein wertvoller Boden geworden ist.
Eine exakt ausgehobene Grube zwischen Wirtschaftsweg und Kornfeld, eingerahmt von Gräsern, Ähren und umgeben von einem Holzzaun. So präsentiert sich in der Weiner-Bauerschaft der Bodenlernstandort „Plaggen-Esch“. Am Montag wurde dieses Fleckchen Erde offiziell seiner Bestimmung übergeben. Es soll den Menschen der Gegenwart und Zukunft die lebenswichtige Bedeutung des Bodens stärker ins Bewusstsein rücken.

„Das Schutzgut Boden ist genau so wichtig wie Luft und Wasser“, erläuterte Michael Heuer vom Umweltamt des Kreises Steinfurt. „Plaggen-Esch“, sagt Heuer, „ist ein sehr seltener Bodentyp und kommt in Deutschland fast ausschließlich im Münsterland und in der nordwestdeutschen Tiefebene vor.“ Unsere Ahnen haben den Boden über Jahrhunderte in mühsamer Knochenarbeit geschaffen. Heute schätzen die Landwirte diese Eschböden als leistungsstarke Äcker für die Produktion von Lebens- und Futtermitteln sowie nachwachsende Rohstoffe. Außerdem, so Heuer, sei der Boden aufgrund seiner Humusauflage ein wichtiger CO-Speicher, der dem Klimaschutz dient. Viele Gründe also, um dieses Natur- und Kulturgut zu schützen.

„Weil der Mensch aber nur schützen kann, was er kennt, ist dieser Lernstandort ein Weg, um der Bevölkerung das Multitalent Eschboden näher zu bringen“, betont Heuer. Dass dieser Typus zum Boden des Jahres 2013 ernannt wurde, war für den Kreis Steinfurt schließlich der Auslöser, entsprechende Lernstandorte zu errichten. Ochtrup ist kreisweit einer von bisher fünf dieser Art.

Bürgermeister Kai Hutzenlaub, die Vertreter des Kreises und die Landwirte hoffen, dass der Lernstandort „Weiner Plaggen-Esch“ viele Interessierte anlockt. Auch Schüler und Kita-Kinder sollen für die Thematik sensibilisiert werden.

So gelangen Besucher zum „Weiner Plaggen-Esch“: Aus Ochtrup kommend über die L 582 in Richtung Metelen, nach der Überführung (B 54) erster Wirtschaftsweg links. Rund 500 Meter weiter ist der Lernstandort.

Tageblatt für den Kreis Steinfurt
von Irmgard Tappe

Aus unfruchtbarem nassem Sand wird fruchtbarer Plaggenesch

Die Eiszeiten hinterlassen im Münsterland großflächige Sandflächen. Die daraus entstehenden Böden sind oft sehr mager, zu nass oder zu trocken für die Landwirtschaft. Warum also wurde in unserer Region dennoch mit großem Aufwand und seit so langer Zeit Ackerbau betrieben? ...

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Besuchen Sie den Weiner Plaggen-Esch

So gelangen Besucher zum „Weiner Plaggen-Esch“: Aus Ochtrup kommend über die L 582 in Richtung Metelen, nach der Überführung (B 54) erster Wirtschaftsweg links. Rund 500 Meter weiter ist der Lernstandort.

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Plaggenesch - Boden des Jahres 2013

Der Boden des Jahres 2013 ist der seltene „Plaggenesch“. Im Gebiet der Stadt Ochtrup gibt es davon einige Flächen. In Zusammenarbeit mit dem Kreis Steinfurt wurde ein sogenannter „Lernstandort“ zum Thema „Eschboden“ vorbereitet. Dort ist in den Boden eine Schräge gegraben worden, wo die charakteristische Schichtung einer fruchtbaren Bodenschicht über dem unfruchtbaren Sandboden gezeigt wird. Das Besondere am Plaggenesch ist, dass der Mensch über Jahrhunderte diesen fruchtbaren Boden dort aufgeschichtet hat. ...

Informationen unter www.ochtrup.de