Alte Kirche Welbergen

Die alte Kirche in Welbergen ist in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts gebaut worden. Sie zählt heute zu den besterhaltensten romanischen Bauwerken im Münsterland. Auf den ersten Blick wirkt die kleine Kirche mit ihren Mauerflächen aus Naturstein und ihrem Pfannendach zwar einheitlich, doch lassen sich bei näherem Hinsehen verschiedene Baustile und –abschnitte erkennen. Der Chor mit seinen Formen der Spätgotik hebt sich hier vom Blocksteinmauerwerk des übrigen Kirchenschiffes deutlich ab. Zudem deutet sich an den oberen Wandstücken des Turmes eine horizontale Baunaht bis zum Chor als Höhe der ursprünglichen romanischen Saalkirche an. Diese Naht bezeugt, dass das Mauerwerk des ursprünglich niedrigeren Kirchenschiffes um ca. 2m aufgestockt wurde.

Das Innere der Kirche betritt man heute durch das Turmportal, welches allerdings erst im 19. Jahrhundert eingebrochen wurde. Der Kirchenraum ist ein Saal, d.h. ohne Pfeiler ausgestattet. Im Altarraum befindet sich ein besonders aufwendiges Grabmal, in dem der Ritter Johann von Oldenhus begraben liegt. In der Nordwand sind zwei stark vertiefte Reliefs eingelassen, in deren Mitte eine flache Platte mit einem Kentaur abgebildet ist. Dieses heidnische Mischwesen, halb Mensch, halb Pferd, soll im christlichen Sinne Stärke darstellen. Alle diese drei primitiv gearbeiteten Reliefs dürften aus der Zeit des 12. Jahrhunderts stammen.