Ballonfahrten in Ochtrup

4000 Kubikmeter heiße Luft -
VWO bietet jetzt auch Ballonfahrten an


Ochtrup, 24.06.2010 - Anders als gedacht: In gut 350 Metern Höhe entpuppt sich der mitgebrachte Schal als Fehlkalkulation. Statt bei frischer Brise und knackiger Kälte in luftigen Höhen zu zittern, lässt sich der Aufstieg der orange-roten Morgensonne bequem in der Sommerjacke beobachten. „Faustregel beim Ballonfahren: Immer so anziehen, wie man es tun würde wenn man spazieren geht“, meint Pilot Matthias Kettenbeck schmunzelnd. Also weg mit dem Schal.

Ballonfahren ist eine tolle Touristenattraktion und ideale Geschenkidee

Kettenbeck arbeitet nebenberuflich als Ballonpilot für den Freizeitveranstalter „Tourenmacher“. Mit diesem kooperiert die Veranstaltungs- und Werbegemeinschaft Ochtrup (VWO) seit Kurzem. Der VWO-Vorsitzende Thomas Büchler begründet das Engagement so: „Das Ballonfahren ist einmal eine tolle Touristenattraktion, vor allem aber eine ideale Geschenkidee.“ Wie zum Beweis steht er an diesem Morgen um 4.30 Uhr zusammen mit VWO-Mitarbeiterin Christiane Tillmann auf dem Platz vor dem Bergfreibad - in einem Korb, über dem sich ein 25 Meter hoher und an der breitesten Stelle 30 Meter messender Heißluftballon aufbläht. Ein imposanter Anblick, den Pilot Kettenbeck während der Fahrt durch regelmäßige Feuerstöße aus den 3000 PS starken Brennern noch verstärkt.

Vom Ochtruper Berg geht es aufwärts, der Sonne entgegen. Das ist sehr schön, aber keine Absicht, Kettenbeck, der im Hauptberuf Schlosser ist, erklärt: „Die Richtung bestimmt nur der Wind, da können wir nichts dran tun.“ Die Fahrgäste des Freiballons „D-OTAN“ freuen sich über die passende Wetterlage. Und nicht nur darüber. Von so weit oben ist die Aussicht hervorragend, und Ochtrup erscheint klein wie die Ortschaft einer Modelleisenbahnanlage. Der grandiose Blick und eine Durchschnittsgeschwindigkeit zwischen sieben und acht Stundenkilometern lassen das mulmige Gefühl, das beim Start noch zu spüren war, schnell verfliegen. Genießen ist angesagt.

Der Ballon fährt in Richtung Schüttorf, überquert die Vechte und hält auf Salzbergen zu. Noch flugs über die Ems, dann setzt Kettenbeck zur Landung an. Seit 1999 ist er Pilot. Seine Erfahrung zeigt sich bei der Landung am Rande eines Kornfelds. „Ein kontrollierter Absturz“, kommentiert Kettenbeck das unvermeidbare leichte Ruckeln scherzhaft. Die Ballonfahrer werden bereits von Dietrich Lehmann erwartet. Der „Tourenmacher“-Mitarbeiter hat die Gruppe die ganze Zeit über vom Boden aus verfolgt und bringt die Fahrgäste nun zurück nach Ochtrup.

Vorher steht jedoch ein Ritual auf dem Programm, das bei keiner Ballon-Premiere fehlen darf: die Taufe. „Wer das erste Mal mitfährt, wird in den Ballonfahreradel aufgenommen“, erklärt Kettenbeck. Mit Erde, Feuer und Sekt wird das Ritual vollzogen, eine Urkunde darf auch nicht fehlen.

Kurz vor der Rückfahrt lässt sich ein Storch am Himmel blicken. Bei dem Bild kommt unweigerlich ein Gedanke auf: Nur Fliegen ist noch schöner als Ballonfahren.

Tageblatt für den Kreis Steinfurt
von Josh Groeneveld


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