Erster Restaurantführer für E-Radler

Neun Touristik-Experten ziehen an einem Strang (v.l.): Antje Schmies (Metelen), Ingrid Lambers (Nordwalde), Ute Wolbeck-Fiedler (Ochtrup), Bettina Oettichmann (Schöppingen), Christine Schröer-Merker (Wettringen), Daniel Loewe (Stadt Steinfurt), Ulli Krass (Altenberge), Gerrit Thiemann (Laer) und Engelbert Glock (Horstmar).Foto: Jürgen Bonsiepen

Metelen, 07.04.2011 Er ist der erste Restaurantführer seiner Art - und Antje Schmies von der Metelener Touristinformation ist mächtig stolz darauf. Ihre acht Kollegen aus den Nachbarkommunen fühlen ebenso. Den erstmals werden in solch einer Hochglanzbroschüre im Taschenformat auch Ladestationen für Elektro-Räder dokumentiert.

Damit ist dieser kleine Reiseführer entlang der Aa und Vechte aktueller als die Realität. Denn erst in den kommenden Wochen werden alle der aufgelisteten Ladestationen installiert sein. Vorgesehen sind sie in den Gemeinden Metelen, Wet­tringen, Schöppingen, Nordwalde, Horstmar, Altenberge und Laer sowie in den Städten Ochtrup und Steinfurt.

Diese neun Kommunen machen schon seit Jahren gemeinsame Sache und sind vereint unter dem Dach des Zweckverbandes BEG (Bevorzugtes Erholungsgebiet im westlichen Münsterland).

Gestern kamen neun BEG-Vertreter im Metelener Rathaus zusammen, um Details für weitere E-Bike-Ladestationen abzuklären, aber auch, um kistenweise die neuen Prospekte aus dem Rathaus zu tragen. Denn sie sollen unter anderem auf Touristikmessen für die Region werben. Zu den Hauptsponsoren der Ladestationen gehören die Stadtwerke aus Ochtrup und Steinfurt.

Ab 1. Juli können E-Radler an zentralen Orten und vor einigen Restaurants ihr Rad mit Strom betanken. In Metelen sind dies der Sendplatz und der Gasthof Pieper, in Ochtrup die Tourismus-Information an der Töpferstraße sowie die Ausflugslokale „Zum Kapellenhof“ und „Happens Hof“.

Doch Antje Schmies hofft auf weitere Strom-Tankstellen - zum Beispiel am Metelener Zoo-Park. Und sie macht Wirten die Sache schmackhaft: „Ein Ladevorgang dauert bis zu zwei Stunden. In dieser Zeit kann einiges verzehrt werden.“

Die Tourismus-Expertin und ihre Kollegen dachten gestern schon weiter: Ihr Traum ist eine detaillierte Radwanderkarte, die alle Ladestationen der Region aufzeigt. Aber Antje Schmies übersieht dabei nicht den immensen Aufwand: „In dieser Saison wird das wohl nicht mehr klappen.“

Tageblatt für den Kreis Steinfurt
von Jürgen Bonsiepen

Mehr Informationen zur Aa-Vechte-Route:
www.muensterland-tourismus.de/Aa-Vechte-Route

 

Die Synergien beginnen zu greifen

Ulrich Krass (Altenberge), Engelbert Glock (Horstmar), Gerrit Thiemann (Laer), Christine Schröer-Merker (Wettringen), Antje Schmies (Metelen) und Ute Wolbeck-Fiedler (Ochtrup, v.l.) arbeiten im Zweckverband „Bevorzugtes Erholungsgebiet im westlichen Münsterland“ zusammen. Foto: Linda Braunschweig

Metelen, 15.02.2011 - Gemeinsame Sache machen die Kommunen Metelen, Ochtrup, Altenberge, Wettringen, Horstmar, Schöppingen, Steinfurt, Nordwalde und Laer im Zweckverband ,,Bevorzugtes Erholungsgebiet im westlichen Münsterland I“ bereits seit 30 Jahren. Doch erst seit etwa vier Jahren kommen die für den Tourismus zuständigen Mitarbeiter aus den Rathäusern und Einrichtungen vor Ort regelmäßig zusammen, um an einem (Werbe-)Strang zu ziehen. Das betrifft vor allem die Außenwirkung: Auf Messen präsentieren sich die Kommunen als Verbund, so wie gerade am Flughafen Münster/Osnabrück (wir berichteten).

„Die Arbeitsgemeinschaft funktioniert. Wir ergänzen uns gegenseitig und machen uns keine Konkurrenz“, zog Gerrit Thiemann (Laer) beim jüngsten Treffen im Metelener Rathaus ein Fazit. Die Zusammenarbeit stärke die Region, und „wir können nicht nur mit unserem Kirchturm werben“, sagte Antje Schmies. Die einzelnen Städte und Gemeinden können zwar mit einigen Sehenswürdigkeiten aufwarten, aber erst in der Gesamtheit bei den Erholungssuchenden punkten. „Die Besucher schauen sich auch andere Orte an und kehren dann abends zur Übernachtung zurück“, benennt Ulrich Krass (Altenberge) das erklärte Ziel. Allerdings würden sich die Touristik-Manager einen griffigeren Namen wünschen. „Steinfurter Land wäre besser, mit Erholungsgebiet im westlichen Münsterland tuen sich viele schwer“, sagte Engelbert Glock (Horstmar).

Aus vielen kleinen Attraktionen eine große zu machen - das ist das Ziel des Zweckverbands. Und die Intensivierung der Zusammenarbeit vor vier Jahren hat schon etwas gebracht - da sind sich die Touristik-Mitarbeiter sicher. „Die Synergien beginnen zu greifen, die Übernachtungszahlen steigen“, sagte Glock. Er mache das unter anderem an der Nachtwächtertour in Horstmar fest, die nun häufiger gebucht werde.

Vor allem ist dem Team aber aufgefallen, welch ein großes Potenzial in der Radtouristik steckt. „Es sind immer mehr Radfahrer unterwegs“, hat Antje Schmies beobachtet. „Die Menschen sind mobil. Sie laden das Rad aufs Auto und fahren los“, sagte Ute Wolbeck-Fiedler (Ochtrup). Und genau darin sieht der Zweckverband seine Chance. Vor allem die Aa-Vechte-Tour soll Gäste anlocken. Gerade ist die Broschüre dazu mit einer Auflage von 8000 Stück neu gedruckt worden. Sie sollen bei den nächsten Messe-Auftritten - vom 15. bis 17. April in Hamm und am 1. Mai in Warendorf beim „Sattelfest“ sowie am 22. Mai beim Radelsonntag in Ibbenbüren - an den Mann gebracht werden.

Eventuell kann die Tour demnächst sogar mit einer Neuerung aufwarten: Ladestationen für Elektroräder. „Die Dehoga hat ein entsprechendes Angebot herum geschickt. Am 25. Februar gibt es ein Treffen zu dem Thema“, erklärte Antje Schmies. Die Stationen für die Räder, die stark im Trend liegen, sollen an Gaststätten zu finden sein und stets für einen vollen Strom-„Tank“ sorgen.

Tageblatt für den Kreis Steinfurt
von Linda Braunschweig, Ochtrup/Metelen